Punktuelle Füllstandserfassung an festen Schaltpunkten
Im Unterschied zur kontinuierlichen Füllstandmessung reagieren Leermelder und Vollmelder auf einen klar festgelegten Grenzpunkt. Ein Leermelder signalisiert das Unterschreiten eines Mindestniveaus, ein Vollmelder das Erreichen eines oberen Füllstands. Das Signal kann für Anzeige, Alarm, Verriegelung oder die Ansteuerung weiterer Anlagenteile genutzt werden. Relevant ist dabei nicht der exakte Füllstand über den gesamten Messbereich, sondern die sichere Erkennung eines definierten Zustands.
Typische Einsatzorte in Tanks, Silos und Prozessbehältern
Leermelder und Vollmelder werden in Lager- und Prozessbehältern für Flüssigkeiten, Schlämme oder Schüttgüter eingesetzt. Typische Anwendungen sind Vorratsbehälter, Dosieranlagen, Auffang- und Sammelbehälter, Wasser- und Abwassertechnik sowie Brennstoff- und Hilfsstofflager. Ein Leermelder kann etwa eine Nachfüllung auslösen oder Pumpen vor Trockenlauf schützen. Ein Vollmelder wird häufig zur Begrenzung des Füllstands oder als zusätzliche Sicherheit gegen Überlauf verwendet.
Ausführungen nach Medium, Einbausituation und Schaltprinzip
Die geeignete Ausführung hängt vom Medium und von den Betriebsbedingungen ab. Für Flüssigkeiten und Schüttgüter kommen je nach Anwendung unterschiedliche Schaltprinzipien infrage, etwa mechanische, kapazitive, konduktive oder vibrierende Sensoren. Ebenso relevant sind Einbauort, Behältergeometrie, Temperatur, Druck, Anhaftungen und die Eigenschaften des Mediums. Leermelder und Vollmelder können als Grenzstandgeber mit einem einzelnen Schaltpunkt oder als Kombination mehrerer Schaltpunkte innerhalb eines Behälters ausgeführt sein.
Abgrenzung zu verwandten Warn- und Überwachungssystemen
Leermelder und Vollmelder gehören innerhalb der Überwachungs- und Warntechnik zur punktuellen Füllstandsüberwachung. Sie unterscheiden sich von Flüssigkeitswarngeräten, die je nach Ausführung eher auf unerwünschtes Austreten, Vorhandensein oder definierte Zustände von Flüssigkeiten ausserhalb eines normalen Füllprozesses ausgerichtet sein können. Strömungswächter überwachen dagegen die Bewegung eines Mediums in Leitungen, nicht den Füllstand im Behälter. Alarmierungssysteme und Anzeiger übernehmen die Weitergabe oder Darstellung eines Signals, während Leermelder und Vollmelder den eigentlichen Grenzzustand erfassen.