Dichtprinzip und Aufbau von Faltenbalgventilen
Das kennzeichnende Merkmal ist ein metallischer Faltenbalg, der die Bewegung der Spindel überträgt und zugleich den Mediumsraum gegenüber der Umgebung abdichtet. Im Unterschied zu Ventilen, die primär über eine Stopfbuchse abdichten, reduziert diese Bauweise das Risiko von Austritten entlang der Spindel. Je nach Ausführung kommen zusätzlich weitere Dichtelemente zum Einsatz, etwa als sekundäre Sicherung oder zur Anpassung an den Betriebszustand.
Einsatz in dichtheitskritischen Prozesssystemen
Faltenbalgventile finden sich in Anlagen mit gasförmigen, heissen, korrosiven oder anderweitig sensiblen Medien. Typische Kontexte sind Rohrleitungssysteme, in denen Emissionen, Medienverluste oder Verunreinigungen an der Spindel vermieden werden sollen. Auch bei häufigen Temperaturwechseln oder bei Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an die Medienreinheit kann diese Bauart sinnvoll sein.
Bauformen, Werkstoffe und Auslegungsmerkmale
Faltenbalgventile sind in verschiedenen Gehäuseformen, Nennweiten und Anschlussarten erhältlich, etwa mit Flansch-, Gewinde- oder Schweissenden. Die Auswahl richtet sich unter anderem nach Medium, Druck- und Temperaturbereich, Korrosionsverhalten und den Anforderungen an Wartung und Einbau. Relevant sind zudem Werkstoffe für Gehäuse, Sitz, Spindel und Faltenbalg sowie die Frage, ob das Ventil vor allem zum Absperren oder für definierte Betriebszustände ausgelegt ist.
Abgrenzung zu anderen Ventilen innerhalb der Hierarchie
Als Unterkategorie von Ventilen gehören Faltenbalgventile zur Armaturentechnik für das Absperren oder kontrollierte Führen von Medienströmen. Sie unterscheiden sich von Regelventilen, die auf die präzise Steuerung von Durchfluss, Druck oder Temperatur ausgelegt sind. Gegenüber Sicherheitsventilen und Überdruckventilen steht nicht die automatische Druckentlastung im Vordergrund, sondern die dichte Spindelabdichtung im normalen Betrieb. Druckhalteventile und Wechselventile erfüllen wiederum andere Funktionen im Systemaufbau und sind nicht über das Faltenbalgprinzip definiert.