Hausbau aus baubiologischer Sicht
Biologischer Hausbau bezeichnet die Planung und Errichtung von Gebäuden unter Berücksichtigung von Materialökologie, Raumklima und Nutzungsqualität. Bewertet werden unter anderem Baustoffe, Oberflächenbehandlungen, Dämmaufbauten, Lüftungssituationen und mögliche Belastungen im Innenraum. Im Unterschied zu rein konstruktiven oder gestalterischen Leistungen richtet sich der Fokus auf die Wechselwirkung zwischen Gebäude, Materialien und Bewohnern.
Typische Anwendungsfälle beim Neubau und bei Ergänzungen
Die Leistung wird vor allem bei Neubauten eingesetzt, wenn ökologische Kriterien früh in die Projektierung einfliessen sollen. Sie ist auch relevant bei Anbauten, Aufstockungen oder beim Ersatz einzelner Bauteile, wenn bestehende Konstruktionen mit baubiologischen Anforderungen abgestimmt werden müssen. In der Praxis betrifft das etwa Wand- und Dachaufbauten, Bodenaufbauten, Innenausbau, Materialwechsel sowie Fragen zu Lüftung und Feuchteschutz.
Material- und Planungsthemen im biologischen Hausbau
Je nach Projekt stehen unterschiedliche Bauweisen und Materialkonzepte im Vordergrund. Dazu gehören etwa Konstruktionen mit Holz, mineralischen Baustoffen oder Lehm sowie Oberflächen mit möglichst geringen Emissionen. In der Planung werden Schichtenaufbau, Wärme- und Feuchteverhalten, Detailanschlüsse, Rückbaubarkeit und die Verträglichkeit technischer Systeme mit dem gewünschten Nutzungskonzept geprüft.
Abgrenzung zu Gartenbau, Gemüsebau und Weinbau
Innerhalb der Kategorie "Biologischer" bezieht sich Hausbau auf Gebäude und bauliche Systeme, nicht auf landwirtschaftliche oder gärtnerische Produktion. Gartenbau, Gemüsebau und Weinbau betreffen den biologischen Anbau von Pflanzenkulturen und die dafür nötigen betrieblichen Verfahren. Hausbau ist in dieser Hierarchie dem Bereich Analysen, Beratung, Gutachten und Planung zugeordnet und umfasst daher vor allem fachliche Beurteilung, Konzeption und Projektbegleitung rund um ökologische Bauvorhaben.