Was unter biologischem Landbau verstanden wird
Biologischer Landbau ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Form der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Ziel ist eine Produktion, die natürliche Prozesse im Betrieb nutzt und Eingriffe technisch oder chemisch nur begrenzt ersetzt. Dazu gehören der Aufbau und Erhalt fruchtbarer Böden, eine vielfältige Fruchtfolge, organische Düngung, angepasste Sortenwahl sowie vorbeugender Pflanzenschutz. Im Unterschied zu konventionell geprägten Systemen werden chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche mineralische Dünger grundsätzlich nicht zum Standard des Verfahrens.
Typische Erzeugnisse und betriebliche Anwendungsfelder
Biologischer Landbau umfasst Ackerbau, Gemüsebau, Obstbau, Weinbau, Futterbau und tierhaltende Betriebe. Erzeugt werden unter anderem Getreide, Gemüse, Obst, Milch, Eier, Fleisch, Kräuter oder verarbeitete Hofprodukte. Je nach Standort unterscheiden sich die Anforderungen deutlich: Im Ackerbau stehen Fruchtfolge und Beikrautregulierung im Vordergrund, im Spezialkulturbereich eher Sortenwahl, Kulturführung und Pflanzengesundheit. Bei tierhaltenden Betrieben ist die Verbindung zwischen Futterbasis, Flächennutzung und Tierbestand wesentlich.
Bewirtschaftungsformen, Betriebsmittel und Umstellung
Innerhalb des biologischen Landbaus gibt es unterschiedliche betriebliche Ausprägungen, etwa gemischte Betriebe mit Tierhaltung, reine Marktfruchtbetriebe oder spezialisierte Dauerkulturen. Die Praxis wird stark durch Standort, Klima, Bodentyp, Betriebsgrösse und Absatzkanäle geprägt. Eingesetzte Betriebsmittel müssen zur Bewirtschaftungsweise passen; relevant sind zum Beispiel Saatgut, Düngemittel, Futtermittel oder Mittel zur Pflanzenstärkung. Bei der Umstellung von einem anderen System werden Anbauverfahren, Dokumentation, Betriebsabläufe und teilweise auch Vermarktungsstrukturen angepasst.
Abgrenzung zu verwandten Umweltprodukten
In der Hierarchie unter Umwelt und Produkte steht biologischer Landbau für ein landwirtschaftliches Produktionssystem und nicht für eine einzelne Umwelttechnik. Er unterscheidet sich damit klar von Produktgruppen wie Biokohle, biologisch abbaubaren Schmiermitteln oder Komposttoiletten, die als konkrete Sachprodukte oder technische Lösungen eingesetzt werden. Auch gegenüber Dachbegrünungen oder Umwelt-Chemie ist die Abgrenzung eindeutig: Dort geht es um bauliche oder stoffliche Anwendungen, hier um die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen und Betriebe. Der Begriff ist zudem breiter als einzelne biologische Erzeugnisse, weil er die gesamte Produktionsweise einschliesst.