Was unter Automation in der Kunststoffverarbeitung verstanden wird
Automation beschreibt die Auslegung und Integration von Steuerungs-, Handhabungs- und Ablauftechnik für wiederkehrende Produktionsschritte. Dazu gehören etwa das automatische Zuführen, Entnehmen, Vereinzeln, Weitergeben oder Überwachen von Werkstücken und Materialien. Im Unterschied zur reinen Maschinenlieferung steht hier die Funktion des automatisierten Gesamtablaufs im Vordergrund, einschliesslich Signalverarbeitung, Schnittstellen und Prozesslogik.
Typische Einsatzbereiche an Kunststoffanlagen
Automationslösungen werden dort eingesetzt, wo Produktionsschritte regelmässig, taktgebunden oder qualitätsrelevant ablaufen. Das betrifft beispielsweise die Verknüpfung von Verarbeitungsmaschinen mit Peripheriegeräten, nachgelagerten Prüfstationen oder internen Transportsystemen. Auch beim Teilehandling, bei Materialströmen oder bei der Übergabe zwischen einzelnen Prozessschritten dient Automation dazu, Abläufe technisch konsistent und reproduzierbar auszuführen.
Formen von Automationslösungen
Je nach Anlage reicht Automation von einzelnen automatisierten Funktionen bis zu vollständig verketteten Prozessabschnitten. Häufig unterschieden werden Maschinenautomation, Zellenautomation und linienübergreifende Automationskonzepte. Ergänzend können Sensorik, Visualisierung, Rezepturverwaltung, Meldesysteme oder die Anbindung an übergeordnete Systeme Teil der Lösung sein, sofern sie direkt dem automatisierten Anlagenbetrieb dienen.
Abgrenzung zu BDE-Systemen und spezialisierten Maschinen
Innerhalb der Hierarchie Automation und Datenverarbeitung bezeichnet Automation die technische Ausführung und Steuerung von Abläufen an der Anlage. BDE-Systeme und Betriebsdaten-Erfassungssysteme erfassen dagegen Produktions- und Zustandsdaten für Auswertung, Rückmeldung oder Planung. Von Bearbeitungszentren, Positioniergeräten, Profil-Fertigungsanlagen oder Rapid-Prototypingmaschinen unterscheidet sich Automation dadurch, dass sie keine einzelne Maschinenkategorie beschreibt, sondern die Automatisierung von Funktionen, Verknüpfungen und Prozessschritten.