Was beim Compoundieren technisch geschieht
Compoundieren umfasst das Dosieren, Mischen, Aufschmelzen, Dispergieren und Homogenisieren verschiedener Rezepturbestandteile. Dabei werden Polymer, Additive und weitere Zuschlagstoffe so kombiniert, dass eine möglichst gleichmaessige Materialzusammensetzung entsteht. Je nach Aufgabe kommen zudem Schritte wie Entgasen, Filtrieren oder Granulieren hinzu. Entscheidend ist, dass die eingestellte Rezeptur im fertigen Compound reproduzierbar vorliegt.
Typische Einsatzfälle für Compounds
Compoundiert wird, wenn Standardkunststoffe die geforderten Eigenschaften nicht in ausreichender Form abdecken. Das betrifft unter anderem Anforderungen an Steifigkeit, Schlagzähigkeit, Temperaturverhalten, UV-Stabilisierung, Flammhemmung, Gleitverhalten oder elektrische Eigenschaften. Auch die Aufbereitung von Rezyklat zu einem definierten und verarbeitbaren Material kann Teil des Compoundierens sein. Die hergestellten Compounds werden anschliessend in Verfahren wie Spritzguss, Extrusion oder anderen Formgebungsprozessen eingesetzt.
Bestandteile und Auspraegungen von Compounds
Die Zusammensetzung eines Compounds richtet sich nach der vorgesehenen Anwendung. Verarbeitet werden je nach Rezeptur beispielsweise Stabilisatoren, Füllstoffe, Glasfasern, Flammschutzsysteme, Gleitmittel oder Farbkomponenten. Es gibt unverstärkte und verstärkte Compounds, mineralisch gefüllte Varianten sowie Formulierungen auf Basis von Neuware, Rezyklat oder Mischungen daraus. Auch der Grad der Homogenisierung und die Auswahl des Verfahrens werden an Materialsystem und Zielprofil angepasst.
Abgrenzung innerhalb der Aufbereitungen
Innerhalb der Aufbereitungen bezeichnet Compoundieren die gezielte werkstoffliche Einstellung eines Kunststoffs durch eine definierte Rezeptur. Gegenüber dem Einfärben von Massen ist der Leistungsumfang breiter: Dort steht primär die Farbgebung im Vordergrund, während beim Compoundieren zusätzlich mechanische, thermische, chemische oder verarbeitungstechnische Eigenschaften angepasst werden. Farbe kann Teil eines Compounds sein, ist aber nicht dessen einziges Ziel. Damit ist Compoundieren eine eigenständige Leistung innerhalb der Materialaufbereitung.