Was unter Aufbereitungen in der Kunststofftechnik verstanden wird
Mit Aufbereitungen ist die materialseitige Vorbereitung von Kunststoffen für nachfolgende Verarbeitungsschritte gemeint. Dazu gehören je nach Aufgabe das Dosieren, Mischen, Dispergieren und Homogenisieren von Polymeranteilen und Zuschlagstoffen. Ziel ist nicht die Formgebung eines Bauteils, sondern eine reproduzierbare Kunststoffmasse mit festgelegten Verarbeitungs- und Materialeigenschaften.
Typische Einsatzsituationen vor der Weiterverarbeitung
Aufbereitungen werden eingesetzt, wenn Standardmaterial für eine konkrete Anwendung nicht ausreicht oder angepasst werden muss. Das betrifft unter anderem definierte Farbgebungen, die Zugabe funktionaler Additive, die Einbindung von Rezyklat oder die Einstellung bestimmter Verarbeitungsparameter der Masse. Solche vorbereiteten Materialien werden anschliessend in Formgebungsverfahren oder weiteren Bearbeitungsschritten verarbeitet.
Compoundieren und Einfärben von Massen als Teilbereiche
Beim Compoundieren wird ein Kunststoff gezielt mit weiteren Bestandteilen wie Additiven, Füllstoffen oder anderen Materialkomponenten kombiniert, um ein bestimmtes Eigenschaftsprofil zu erreichen. Das Einfärben von Massen zielt auf eine gleichmässige Farbverteilung im gesamten Material und nicht nur auf der Oberfläche. Beide Teilbereiche gehören zur Aufbereitung, weil sie die Zusammensetzung der Kunststoffmasse vor der Bauteilherstellung festlegen.
Abgrenzung zu Formgebung und Oberflächenverfahren
Aufbereitungen unterscheiden sich von Verfahren wie Spritzgiessen, Extrudieren, Blasformen oder Pressen dadurch, dass noch kein Formteil hergestellt wird. Im Unterschied zu Beschichten, Bedrucken oder Veredeln wird auch keine fertige Oberfläche bearbeitet, sondern die Materialmasse selbst eingestellt. Innerhalb der Hierarchie gehört die Leistung damit zur vorgelagerten Materialbearbeitung innerhalb der Bearbeitungs- und Verarbeitungsverfahren.