Folien als dünne Verbund- und Funktionsschichten
Unter Folien werden flächige Materialien verstanden, die im Vergleich zu Platten auf geringe Materialstärken und hohe Biegsamkeit ausgelegt sind. In der Verbundstoffherstellung können sie aus einem Material bestehen oder aus mehreren Schichten aufgebaut sein. Je nach Konstruktion übernehmen sie mechanische, chemische, optische oder verarbeitungstechnische Funktionen innerhalb eines Laminats oder eines anderen Schichtverbunds.
Einsatz in Laminaten, Schutzlagen und bahnförmigen Halbzeugen
Folien werden eingesetzt, wenn ein flächiger Aufbau mit geringem Gewicht, definierter Oberfläche oder gezielter Schichtfunktion benötigt wird. Typische Anwendungen sind Decklagen, Trennlagen, Sperrschichten, Abdeckmaterialien oder flexible Halbzeuge zur Weiterverarbeitung. In der Faserverbundtechnik können sie ausserdem den Schichtaufbau ergänzen, Oberflächen beeinflussen oder einzelne Materiallagen voneinander trennen.
Ausprägungen nach Schichtaufbau, Oberfläche und Verarbeitungszustand
Folien lassen sich nach Materialkombination, Anzahl der Lagen, Oberflächenstruktur und Verarbeitungsform unterscheiden. Üblich sind glatte oder strukturierte Oberflächen, transparente oder eingefärbte Ausführungen sowie einfache oder mehrlagige Aufbauten. Für die Auswahl sind unter anderem Dicke, Flexibilität, Beständigkeit gegenüber Medien und Temperatur sowie die Eignung für nachgelagerte Prozessschritte relevant.
Abgrenzung zu Platten und Profilen innerhalb der Verbundstoffherstellung
Innerhalb der Verbundstoffherstellung stehen Folien neben Platten und Profilen für unterschiedliche Produktformen. Im Unterschied zu Platten sind Folien deutlich dünner und auf bahnförmige, flexible Verarbeitung ausgelegt. Von Profilen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie keine feste Querschnittsgeometrie wie Leisten, Rohre oder andere Formquerschnitte besitzen, sondern als Fläche, Rolle oder Zuschnitt verarbeitet werden.