Ablauf von Erstschuss, Rotation und Zweitschuss
Zuerst entsteht in einer Kavität der Grundkörper aus der ersten Komponente. Anschliessend wird das Formteil über eine definierte Dreh- oder Indexbewegung in eine zweite Werkzeugposition gebracht. In dieser zweiten Station wird die weitere Komponente angespritzt, angesiegelt oder als Funktionsbereich ergänzt. Für einen stabilen Prozess sind die genaue Lage des Vorformlings, die Wiederholgenauigkeit der Bewegung und die Abstimmung von Temperatur, Kühlung und Zykluszeit entscheidend.
Typische Bauteile und Anforderungen an die Bauteilgeometrie
Das Verfahren eignet sich für Bauteile mit Hart-Weich-Kombinationen, Dichtbereichen, Griffzonen, mehrfarbigen Sichtflächen oder lokal integrierten Funktionselementen. Die Geometrie des Erstschusses muss so ausgelegt sein, dass das Teil die Umsetzung im Werkzeug sicher übersteht und in der zweiten Station definiert aufgenommen wird. Referenzflächen, Haltepunkte und die Lage der Umspritzbereiche beeinflussen dabei die Werkzeugauslegung ebenso wie das Schwindungs- und Verzugverhalten der ersten Komponente.
Unterschied zwischen Drehteller und Indexplatte
Beim Drehteller wird eine Werkzeugseite oder ein Werkzeugträger zwischen den Stationen verdreht, sodass der Erstschuss in die nächste Prozessposition gelangt. Bei der Indexplatte erfolgt die Umsetzung über eine indexierte Drehbewegung innerhalb des Werkzeugkonzepts, häufig mit klar definierten Stationen und Teilungen. Welche Variante eingesetzt wird, hängt unter anderem von Bauteilgeometrie, Kavitätenzahl, Platzverhältnissen im Werkzeug, Medienführung und dem gewünschten Zykluskonzept ab.
Einordnung innerhalb von Mehrkomponentenverfahren
2-Komponenten Drehteller + Indexplatte ist eine konkrete Ausprägung des Mehrkomponenten-Spritzgiessens. Im Unterschied zu Verfahren mit externem Umsetzen oder mit anderen Bewegungsprinzipien erfolgt der Positionswechsel des Vorformlings hier direkt über eine Dreh- oder Indexbewegung im Werkzeug. Dadurch ist das Verfahren besonders dort passend, wo eine reproduzierbare Übergabe zwischen zwei Spritzstationen innerhalb eines geschlossenen Werkzeugablaufs gefordert ist.