Tiefziehen mit thermoplastischen Halbzeugen
Thermoplaste lassen sich durch Erwärmung verformen und nach dem Abkühlen in ihrer neuen Form stabilisieren. Beim Tiefziehen wird ein flächiges Halbzeug auf Umformtemperatur gebracht und über oder in ein Werkzeug geformt, häufig mit Vakuum, Druck oder mechanischer Unterstützung. Entscheidend sind ein gleichmässiger Materialfluss, die Wanddickenverteilung und die auf den Werkstoff abgestimmte Temperaturführung.
Typische Bauteile aus tiefgezogenen Thermoplasten
Das Verfahren wird für Verpackungsteile, Einlagen, Abdeckungen, technische Schalen, Gehäusehauben oder Innenverkleidungen eingesetzt. Geeignet sind vor allem Bauteile mit grosser Fläche im Verhältnis zur Wanddicke sowie Serien mit wiederkehrender Form. Auch bei Sichtteilen kann Tiefziehen sinnvoll sein, wenn Oberflächenbild, Konturtreue und ein geringes Bauteilgewicht gefordert sind.
Werkstoffwahl und verfahrensrelevante Ausprägungen
Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Thermoplaste in Frage, etwa für Schlagzähigkeit, Transparenz, Chemikalienbeständigkeit oder Temperaturverhalten. Verarbeitet werden meist Platten oder Folien in verschiedenen Dicken, die anschliessend beschnitten oder weiterbearbeitet werden. Innerhalb des Tiefziehens unterscheiden sich die Verfahren unter anderem durch die Art der Formgebung, den Werkzeugeinsatz und die Anforderungen an Präzision, Oberflächenqualität und Stückzahl.
Abgrenzung zu Warmumformen und anderen Verfahren
Thermoplaste und Tiefziehen ist innerhalb des Umformens ein klar eingegrenzter Bereich: Verarbeitet werden thermoplastische Halbzeuge, die durch Wärme gezielt verformbar sind. Gegenüber dem Geschwisterbereich Warmumformen beschreibt Tiefziehen eine konkrete Verfahrensgruppe, nicht das gesamte Spektrum wärmegestützter Umformtechniken. Von Kaltumformverfahren unterscheidet es sich durch die notwendige Erwärmung des Materials, und von Integralschaum sowie Strukturschaum durch den Verzicht auf schäumende Formbildung.