Wie Beflocken auf Kunststoffoberflächen umgesetzt wird
Das Verfahren umfasst in der Regel die Oberflächenvorbereitung, den Auftrag eines geeigneten Klebstoffsystems und das Aufbringen der Flockfasern. Die Fasern werden so orientiert und fixiert, dass eine gleichmässige Beschichtung entsteht. Entscheidend sind dabei die Eignung des Kunststoffs, die Haftung zwischen Untergrund und Klebstoff sowie die Geometrie des Bauteils. Nach dem Aufbringen folgen je nach Prozess Trocknung, Aushärtung und die Entfernung nicht gebundener Fasern.
Typische Einsatzbereiche von beflockten Kunststoffteilen
Beflockte Kunststoffteile werden sowohl aus optischen als auch aus technischen Gründen eingesetzt. Typische Anwendungen sind Innenbauteile, Abdeckungen, Einlagen, Gehäuseteile oder Führungselemente, bei denen eine weiche Oberfläche, eine matte Anmutung oder ein gedämpftes Kontaktverhalten gefragt ist. Je nach Ausführung kann die Beflockung das Klappern zwischen Bauteilen reduzieren, die Griffigkeit verändern oder Lichtreflexionen mindern. Auch dekorative Anwendungen mit textiler Wirkung gehören dazu.
Varianten nach Faser, Klebstoff und Bauteilgeometrie
Beflockungen unterscheiden sich unter anderem nach Faserwerkstoff, Faserlänge, Faserdichte, Farbe und Klebstoffsystem. Damit lassen sich Oberflächen gezielt auf die gewünschte Haptik, Optik oder Beanspruchung abstimmen. Auch die Form des Kunststoffteils beeinflusst die Auslegung des Prozesses, etwa bei Vertiefungen, Kanten oder selektiv zu beschichtenden Bereichen. In der Praxis sind sowohl vollflächige als auch partielle Beflockungen möglich.
Abgrenzung zu anderen Verfahren der Kunststoffveredelung
Innerhalb der Hierarchie gehört Beflocken zur Veredlung und unterscheidet sich deutlich von beschichtenden oder metallischen Verfahren. Im Unterschied zum Lackieren entsteht keine geschlossene Lackschicht, sondern eine faserbasierte Oberfläche. Gegenüber Lasergravieren steht nicht die Markierung oder Strukturierung im Vordergrund, sondern der Aufbau einer textilen Deckschicht. Vorbehandlungen wie das Aktivieren der Oberfläche können dem Beflocken vorgelagert sein, sind aber nicht mit dem eigentlichen Veredelungsschritt gleichzusetzen.