Was unter energetischer Verwertung zu verstehen ist
Bei der energetischen Verwertung werden Kunststoffabfälle wegen ihres Heizwerts in Anlagen mit thermischer Nutzung eingesetzt. Der Kunststoff dient dabei als Energieträger, etwa zur Erzeugung von Prozesswärme, Dampf oder Strom. Anders als bei einer stofflichen Aufbereitung bleibt das Polymer nicht als Material im Kreislauf, sondern wird im Zuge der thermischen Nutzung umgesetzt.
Typische Einsatzfälle bei Kunststoffabfällen
Dieser Verwertungsweg kommt vor allem bei gemischten, stark verschmutzten oder aus Verbunden bestehenden Kunststofffraktionen in Frage. Auch Rückstände aus Sortierung und Aufbereitung können energetisch genutzt werden, wenn eine stoffliche Trennung technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Relevant ist dies insbesondere bei Abfällen mit hohem organischem Anteil und stabilem Brennwert.
Aufbereitung vor der thermischen Nutzung
Vor der energetischen Nutzung werden Kunststoffabfälle je nach Anlage und Herkunft sortiert, zerkleinert oder von Störstoffen befreit. Ziel ist eine definierte Fraktion mit geeigneter Korngrösse, Zusammensetzung und Handhabung für den vorgesehenen Prozess. Der Umfang der Vorbehandlung hängt davon ab, ob die Stoffe direkt thermisch genutzt oder in aufbereiteter Form als Ersatzbrennstoff bereitgestellt werden.
Abgrenzung zu werkstofflicher und rohstofflicher Verwertung
Werkstoffliche Verfahren bereiten Kunststoffe so auf, dass sie erneut als Material eingesetzt werden können. Rohstoffliche Verfahren zerlegen die Kunststoffstruktur in chemische Ausgangsstoffe oder Zwischenprodukte. Die energetische Verwertung unterscheidet sich davon grundlegend, weil nicht das Material oder der Rohstoff zurückgewonnen wird, sondern die im Kunststoff enthaltene Energie genutzt wird.