Was bei Glanzmessungen erfasst wird
Bei der Glanzmessung wird die spiegelnde Reflexion einer Oberfläche mit einem Messgerät unter festgelegter Geometrie bestimmt. Das Ergebnis beschreibt nicht die Farbe des Kunststoffs, sondern den visuellen Eindruck von matt bis stark glänzend. Bei Kunststoffoberflächen hängt der gemessene Glanz unter anderem von Material, Werkzeugoberfläche, Struktur, Verarbeitung und eventueller Nachbehandlung ab.
Typische Anwendungen an Kunststoffoberflächen
Glanzmessungen werden eingesetzt, wenn Oberflächen innerhalb einer Serie, zwischen Chargen oder gegenüber einem Referenzmuster verglichen werden. Typische Anwendungsfälle sind Spritzgussteile mit sichtbaren Flächen, extrudierte Halbzeuge, Folien, Platten oder beschichtete Kunststoffoberflächen. Auch bei Reklamationen, Freigaben und Bemusterungen dienen Messwerte dazu, visuelle Abweichungen nachvollziehbar zu dokumentieren.
Messgeometrien und Einfluss der Oberfläche
Je nach Glanzgrad und Oberflächencharakter kommen unterschiedliche Messgeometrien zum Einsatz, etwa 20, 60 oder 85 Grad. Hochglänzende Flächen werden anders beurteilt als matte oder fein strukturierte Oberflächen. Für belastbare Ergebnisse müssen Messfläche, Probenzustand, Sauberkeit, Krümmung und Ausrichtung berücksichtigt werden, da diese Faktoren das Reflexionsverhalten direkt beeinflussen.
Abgrenzung zu Farbmessungen und anderen Messverfahren
Innerhalb der Messverfahren beschreibt die Glanzmessung eine optische Oberflächeneigenschaft. Sie ist von Farbmessungen zu unterscheiden, bei denen Farbton, Helligkeit und Sättigung erfasst werden; zwei Proben können farblich gleich und im Glanz dennoch deutlich verschieden sein. Gegenüber Verfahren wie Feuchtemessungen, Feststoffdichten oder Schmelzdichte bezieht sich die Glanzmessung nicht auf Materialinneres oder Rohstoffzustand, sondern auf die sichtbare Oberfläche des fertigen oder weiterverarbeiteten Kunststoffs.