Was unter optischer 3D-Messtechnik verstanden wird
Bei dieser Dienstleistung werden Bauteile mit optischen Verfahren digital erfasst und als Punktewolke oder Polygonnetz ausgewertet. Daraus lassen sich Masse, Form- und Lagetoleranzen, Verzug, Schwindung oder lokale Abweichungen ableiten. Je nach Aufgabe kommen Verfahren wie Streifenprojektion, Laserscanning oder bildbasierte Auswertung in Frage. Die Messergebnisse werden meist in Berichten, Farbabgleichen oder Merkmalsauswertungen dokumentiert.
Einsatz bei Kunststoffteilen und Werkzeugkorrekturen
In der Kunststoffverarbeitung wird optische 3D-Messtechnik häufig für Erstbemusterungen, Serienfreigaben, Stichprobenprüfungen und Reklamationsabklärungen genutzt. Sie eignet sich für Spritzgussteile, technische Formteile, Gehäuse, Sichtteile oder komplexe Freiformflächen. Besonders nützlich ist sie, wenn Verzug, Schwindung oder Massabweichungen nicht nur punktuell, sondern über die gesamte Bauteilgeometrie beurteilt werden sollen. Auch bei Werkzeuganpassungen liefert der Soll-Ist-Vergleich eine belastbare Grundlage.
Typische Auswertungen und Randbedingungen
Zu den gängigen Auswertungen gehören Flächenvergleiche gegen CAD, Messungen definierter Merkmale, Schnittanalysen sowie Lageprüfungen von Bohrungen, Kanten oder Funktionsflächen. Die Aussagekraft hängt unter anderem von Bauteilgeometrie, Oberflächenbeschaffenheit, Materialtransparenz und Zugänglichkeit ab. Glänzende, sehr dunkle oder transparente Oberflächen erfordern je nach Verfahren besondere Vorbereitung oder angepasste Messstrategien. Für kleine, tief liegende oder verdeckte Merkmale kann eine ergänzende taktile oder andere messtechnische Prüfung sinnvoll sein.
Abgrenzung zu anderen Dienstleistungen
Messtechnik 3D, optische gehört innerhalb der Dienstleistungen zu den prüf- und auswertungsnahen Leistungen. Im Unterschied zur Schadensanalytik und Werkstoffanalytik untersucht sie primär Geometrie und Formtreue, nicht die materialseitige Ursache eines Defekts. Gegenüber Verschleissprüfungen geht es nicht um die Belastbarkeit über die Nutzungsdauer, sondern um den gemessenen Ist-Zustand eines Bauteils. Von Prototypenbau, Modellbau oder Montageleistungen unterscheidet sich die Leistung dadurch, dass sie keine Teile herstellt oder montiert, sondern vorhandene Teile geometrisch erfasst und bewertet.