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Dielektrischer Verlustfaktor

Bei der Bestimmung des dielektrischen Verlustfaktors wird erfasst, wie stark ein Kunststoff in einem Wechsel- oder Hochfrequenzfeld elektrische Energie in Wärme umsetzt. Der Kennwert ist von Frequenz, Temperatur und Materialzustand abhängig und wird deshalb immer unter definierten Bedingungen angegeben. In der Werkstoffcharakterisierung dient er zur Beurteilung elektrischer Verluste im späteren Einsatz.

Was der dielektrische Verlustfaktor bei Kunststoffen beschreibt

Der dielektrische Verlustfaktor beschreibt die Verluste eines Isolierwerkstoffs im elektrischen Wechselfeld. Er zeigt, welcher Anteil der aufgenommenen elektrischen Energie nicht nur im Feld gespeichert, sondern im Material in Wärme umgesetzt wird. Bei Kunststoffen ist dieser Kennwert relevant, wenn Bauteile elektrisch isolieren sollen und gleichzeitig unter Wechselspannung oder bei höheren Frequenzen betrieben werden. Die Aussagekraft des Werts hängt immer an den angegebenen Prüfbedingungen.

Typische Anwendungsbezüge in Elektrik und Elektronik

Geprüft wird der Kennwert unter anderem für Isolierteile, Gehäuse, Steckverbinder, Kabelkomponenten, Sensorikbauteile und Werkstoffe für hochfrequente Anwendungen. Auch bei Kunststoffen, die in elektrischen Feldern gezielt erwärmt oder verarbeitet werden, ist der Verlustfaktor von Interesse. In der Bauteilauslegung hilft der Wert dabei, unerwünschte Eigenerwärmung, Signalverluste oder verändertes Isolationsverhalten besser einzuordnen. Besonders bei höheren Frequenzen reicht die Betrachtung von Gleichstromwiderständen allein nicht aus.

Einfluss von Frequenz, Temperatur und Werkstoffaufbau

Der dielektrische Verlustfaktor ist kein fixer Materialwert, der unabhängig von der Messsituation gilt. Er verändert sich mit der Frequenz, der Temperatur, der Feuchteaufnahme sowie mit Zusammensetzung und Struktur des Kunststoffs. Additive, Füllstoffe, Verstärkungen, Alterung oder ein abweichender Verarbeitungszustand können das Ergebnis merklich verschieben. Deshalb wird der Kennwert oft für genau definierte Materialzustände und Anwendungsbereiche ermittelt.

Abgrenzung zu Dielektrizitätszahl und Widerstandskennwerten

Innerhalb der elektrischen Eigenschaften ergänzt der dielektrische Verlustfaktor andere Kennwerte, ersetzt sie aber nicht. Die Dielektrizitätszahl beschreibt vor allem, wie stark ein Kunststoff elektrische Energie im Feld speichert, während der Verlustfaktor die damit verbundenen Verluste erfasst. Der spezifische Durchgangswiderstand und der spezifische Oberflächenwiderstand beziehen sich dagegen auf Leit- beziehungsweise Leckströme durch das Volumen oder über die Oberfläche. Für die Bewertung von Wechsel- und Hochfrequenzverhalten ist diese Abgrenzung wesentlich.

0 Anbieter

In der folgenden Firmenliste sind Anbieter für die Bestimmung des dielektrischen Verlustfaktors aufgeführt. Die Einträge können sich nach Prüfverfahren, Materialfokus und Messbereich unterscheiden.
Unter dieser Leistung wurde noch kein Anbieter eingetragen.

Fragen & Antworten zu Dielektrischer Verlustfaktor

  • Wird der dielektrische Verlustfaktor als einzelner Materialwert angegeben?

    Nein. Der Wert muss immer zusammen mit Prüfbedingungen wie Frequenz, Temperatur und Materialzustand betrachtet werden.

  • Ist ein niedriger dielektrischer Verlustfaktor immer vorteilhaft?

    Nicht in jedem Fall. Für isolierende oder hochfrequente Anwendungen ist ein niedriger Wert oft erwünscht, für dielektrische Erwärmungsprozesse kann ein höherer Wert relevant sein.

  • Beeinflusst Feuchtigkeit den Messwert?

    Ja. Feuchteaufnahme kann die elektrischen Verluste von Kunststoffen verändern und den gemessenen Verlustfaktor erhöhen.

  • Kann der Kennwert auch bei gefüllten oder verstärkten Kunststoffen bestimmt werden?

    Ja. Gerade bei Compounds mit Füllstoffen, Verstärkungen oder Additiven ist eine direkte Messung sinnvoll, weil der Werkstoffaufbau den Wert beeinflusst.


Weitere Leistungen unter
Elektrische Eigenschaften

  • Spezifischer Durchgangswiderstand
    1 Firma
  • Spezifischer Oberflächenwiderstand
    1 Firma
  • Dielektrizitätszahl

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