Was unter Armaturen im Kunststoffbau verstanden wird
Im vorliegenden Kontext bezeichnet Armaturen gebrauchsfertige Bauteile, die in Leitungs- und Versorgungssystemen eine technische Funktion übernehmen. Dazu zählen Ausführungen zum Öffnen, Schliessen, Dosieren, Umlenken oder Mischen von Medien. Kunststoff wird dabei als Konstruktionswerkstoff für Gehäuse, Funktionsbereiche oder äussere Bauteile eingesetzt. Die konkrete Eignung richtet sich nach Medium, Temperatur, Druck, Einbausituation und den Anforderungen des jeweiligen Systems.
Typische Einsatzbereiche im Bau
Armaturen aus Kunststoff kommen in gebäudebezogenen Installationen dort zum Einsatz, wo Medien geführt, gesteuert oder entnommen werden. Typische Anwendungsfelder sind Wasserführungen, technische Versorgungssysteme, Labor- und Betriebsbereiche sowie bestimmte Lüftungs- oder Prozessumgebungen mit korrosiven Einflüssen. Im Bauumfeld werden sie sowohl in sichtbaren Installationen als auch in technischen Räumen, Schachtbereichen oder innerhalb vormontierter Systeme verwendet. Ob eine Armatur für Trinkwasser, Betriebswasser oder andere Medien geeignet ist, muss jeweils projektspezifisch geprüft werden.
Bauformen und Ausführungen
Armaturen werden in unterschiedlichen Bauformen hergestellt, etwa als Absperr-, Regel-, Entnahme- oder Verteilarmaturen. Je nach Aufgabe unterscheiden sie sich in Anschlussart, Betätigung, Durchflusscharakteristik und Dichtungskonzept. Im Kunststoffbereich sind sowohl vollständig aus Kunststoff aufgebaute Ausführungen als auch Konstruktionen mit kombinierten Werkstoffen möglich. Für die Auswahl relevant sind unter anderem chemische Beständigkeit, Reinigungsanforderungen, mechanische Belastung, Wartungszugänglichkeit und die Kompatibilität mit angrenzenden Systemteilen.
Abgrenzung zu Armaturenteilen und Verbindungstechnik
Die Leistung Armaturen umfasst vollständige, funktionsfähige Einheiten. Davon zu unterscheiden sind Armaturenteile, also einzelne Komponenten wie Gehäuseteile, Griffe, Einsätze oder Dichtelemente, die nicht für sich allein die Funktion einer Armatur erfüllen. Ebenfalls abzugrenzen ist die Verbindungstechnik: Diese stellt Leitungsabschnitte her oder verbindet Bauteile, übernimmt aber in der Regel keine aktive Steuer-, Absperr- oder Regelaufgabe. Innerhalb der Hierarchie steht Armaturen damit für eigenständige Kunststoffprodukte im Bau, nicht für Zubehör, Rohteile oder allgemeine Installationsverbindungen.