Funktion von Sicherheitsventilen in Kunststoffbaugruppen
Ein Sicherheitsventil ist für den Schutz vor unzulässigem Überdruck ausgelegt. Es öffnet bei einer festgelegten Schwelle oder bei einem bestimmten Differenzdruck und gibt Medium kontrolliert frei oder gleicht Druck aus. In Kunststoffanwendungen werden solche Ventile als eigenständige Bauteile oder als Teil komplexerer Systeme eingesetzt, etwa wenn Gewicht, Korrosionsverhalten oder elektrische Isolation bei der Werkstoffwahl relevant sind.
Typische Einsatzfelder bei Kunststoffteilen und Geräten
Sicherheitsventile kommen dort vor, wo Kunststoffbehälter, Leitungsführungen, Kartuschen, Dosiermodule oder gekapselte Geräteeinheiten gegen Druckspitzen abgesichert werden müssen. Das betrifft flüssige und gasförmige Medien gleichermassen. Auch in technisch gekapselten Produkten mit Kunststoffgehäusen können sie nötig sein, wenn sich Druckunterschiede im Betrieb, beim Befüllen oder durch Temperaturänderungen aufbauen.
Ausführungen nach Aufbau, Medium und Anschluss
Unterschiede ergeben sich unter anderem aus dem Öffnungsprinzip, dem Ansprechdruck, der Rückstellcharakteristik und der Art des Anschlusses. Je nach Anwendung sind Gehäuse, Sitze, Dichtungen oder Membranen aus unterschiedlichen Kunststoffen oder Materialkombinationen gefertigt. Für die Auswahl sind insbesondere Medium, Temperaturbereich, chemische Beständigkeit, Druckniveau und die Einbausituation massgebend.
Abgrenzung zu Sicherungshauben und Sicherungskästen
Innerhalb der Produktgruppe "Sicher-" erfüllen Sicherheitsventile eine andere Aufgabe als Sicherungshauben oder Sicherungskästen. Sicherungshauben decken Bauteile ab oder schützen Bedienstellen vor unbeabsichtigtem Zugriff, Sicherungskästen nehmen Komponenten geschützt auf. Sicherheitsventile greifen dagegen funktional in den Druckhaushalt eines Systems ein und sind keine reine Abdeckung oder Umhausung.