Funktionsprinzip von Schraubenventilen
Bei Schraubenventilen wird ein Dichtelement oder eine Spindel durch Drehen axial bewegt. Dadurch verändert sich der Durchlassquerschnitt im Ventilkörper oder eine Dichtfläche wird gegen den Sitz gepresst. Im Unterschied zu rein schaltenden Ventilen erlaubt diese Bauart oft eine feinere manuelle Einstellung des Durchflusses. In Kunststoffsystemen sind dabei insbesondere Werkstoffverträglichkeit, Dichtkonzept und die mechanische Belastbarkeit der Gewindeteile relevant.
Einsatz im Kunststoffbasierten Flüssigkeits-Handling
Schraubenventile werden in Leitungs- und Gerätesystemen verwendet, in denen Flüssigkeiten kontrolliert freigegeben oder begrenzt werden müssen. Typische Anwendungen finden sich in chemisch beanspruchten Medienführungen, in Labor- und Apparatebau, in Wasser- und Prozesssystemen sowie in Anlagen mit korrosionskritischer Umgebung. Kunststoffausführungen sind dort naheliegend, wo metallische Werkstoffe für das Medium oder das Umfeld ungeeignet sind.
Ausführungen nach Werkstoff, Anschluss und Dichtkonzept
Schraubenventile unterscheiden sich unter anderem durch den verwendeten Kunststoff, die Art der Anschlüsse und den inneren Aufbau. Je nach System kommen beispielsweise Gewinde-, Schlauch- oder integrierte Anschlusslösungen vor. Auch die Abdichtung kann konstruktiv unterschiedlich gelöst sein, etwa über Sitze, Dichtungen oder kombinierte Elemente. Für die Auswahl sind daher nicht nur Nennweite und Einbauraum relevant, sondern auch Temperaturbereich, Medium und die gewünschte Stellgenauigkeit.
Abgrenzung zu anderen Ventilarten
Innerhalb der Kategorie Ventile sind Schraubenventile von Absperrventilen und Durchgangsventilen zu unterscheiden. Ein Absperrventil beschreibt primär die Funktion des Schliessens, während Schraubenventile über die Betätigungsart und häufig auch über die Möglichkeit zur feineren Einstellung definiert sind. Durchgangsventile beziehen sich auf die Strömungsführung im Ventilkörper und können konstruktiv anders ausgeführt sein. Ventil-Teile und Ventilschutzkappen sind keine vollständigen Armaturen, sondern Komponenten oder Schutzelemente für bestehende Ventilsysteme.