Was Schmelzkleber stofflich auszeichnet
Schmelzkleber liegen bei Raumtemperatur fest vor und werden im Verarbeitungsprozess aufgeschmolzen. Die Haftung entsteht durch Benetzung der Oberflächen im warmen Zustand und durch Erstarrung beim Abkühlen. Je nach Formulierung bestehen sie aus thermoplastischen Polymeren und weiteren Bestandteilen wie Harzen, Wachsen oder Additiven zur Steuerung von Viskosität, Offenzeit und Haftverhalten.
Einsatzfelder in Verarbeitung und Montage
Schmelzkleber werden für punktuelle, linienförmige oder flächige Klebeaufträge verwendet. Typische Anwendungen sind Kaschierungen, Verpackungen, Produktmontage, Textil- und Vliesverarbeitung sowie Verbindungen von Kunststoffen mit Papier, Holz oder anderen Werkstoffen. Entscheidend für die Auswahl sind Substrat, Verarbeitungstemperatur, Taktzeit und die geforderte Beständigkeit der Klebung.
Thermoplastische und reaktive Systeme
Innerhalb der Schmelzkleber wird zwischen rein thermoplastischen und reaktiven Systemen unterschieden. Thermoplastische Qualitäten bleiben grundsätzlich wieder erwärmbar, was die Nachbearbeitung oder das spätere Wiederaufschmelzen beeinflussen kann. Reaktive Schmelzkleber verfestigen sich zunächst durch Abkühlung und bauen danach zusätzlich durch chemische Reaktion weitere Festigkeit und Beständigkeit auf.
Abgrenzung zu verwandten Rohstoffgruppen
In der Hierarchie unter "nach Form und Funktion" werden Schmelzkleber über ihre Verarbeitungsart definiert. Sie unterscheiden sich von Schmelzklebefolien, die bereits als vorgeformte Folie für flächige Laminierprozesse vorliegen, und von Klebepulvern, die als pulverförmiges Auftragsmaterial eingesetzt werden. Gegenüber Flüssigharzen oder anderen flüssigen Klebstoffsystemen werden Schmelzkleber ohne lösemittel- oder wasserbasierten Nassauftrag verarbeitet.