Zerkleinerung von Anguss im Spritzguss
Im Formenbau und Spritzguss fallen neben Gutteilen häufig Angüsse, Verteilerreste oder fehlerhafte Teile an. Mühlen reduzieren dieses Material auf eine für die weitere Handhabung geeignete Korngrösse. Das Ziel ist keine Formgebung, sondern die materialgerechte Aufbereitung von Kunststoffresten aus der laufenden Produktion oder aus vorgelagerten Arbeitsschritten.
Typische Einsatzsituationen in der Produktion
Mühlen werden eingesetzt, wenn Anguss nicht separat entsorgt, sondern gesammelt, zerkleinert und je nach Vorgabe weiterverarbeitet werden soll. Das betrifft automatische Serienfertigung ebenso wie Anfahrphasen, Farbwechsel oder Loswechsel. Je nach Aufbau der Anlage erfolgt die Zerkleinerung direkt an der Maschine oder zentral für mehrere Spritzgusslinien.
Ausführungen und Kriterien für die Auslegung
Unterschieden wird vor allem zwischen kompakten Mühlen für den maschinennahen Einsatz und grösseren Anlagen für zentrale Materialaufbereitung. Für die Auswahl relevant sind unter anderem Materialart, Grösse und Geometrie des Angusses, Durchsatz, gewünschte Mahlgutqualität sowie die Einbindung in Förder- und Sammelsysteme. Auch Reinigbarkeit und Trennung verschiedener Materialien sind in der Praxis zu berücksichtigen.
Abgrenzung zu Entnahmegeräten und Separiereinrichtungen
Mühlen bearbeiten das bereits angefallene Material nach dem Entformen oder nach der Trennung vom Gutteil. Entnahmegeräte übernehmen dagegen das Herausnehmen von Teilen oder Angüssen aus dem Werkzeug. Separiereinrichtungen trennen Gutteile und Anguss voneinander, zerkleinern das Material jedoch nicht. Innerhalb der Hierarchie unter Anguss decken Mühlen damit den Schritt der Aufbereitung ab, nicht die Entnahme oder Sortierung.