Welche Messaufgabe Dichte-Messgeräte in der Kunststofftechnik abdecken
Die Dichte ist eine werkstoffbezogene Kennzahl und wird zur Beurteilung von Rohstoffen und Fertigteilen herangezogen. Bei Kunststoffen kann ein gemessener Wert auf Unterschiede zwischen Materialchargen, Füllstoffanteilen, eingeschlossenen Hohlräumen oder Materialverwechslungen hinweisen. Aussagekräftig ist die Messung nur, wenn Probe, Temperatur und Messverfahren zur jeweiligen Materialform passen.
Typische Proben und Einsatzsituationen
Gemessen werden je nach Anwendung Granulate im Wareneingang, Compounds in der Produktion, Rezyklate bei der Sortenprüfung sowie Prüfkörper oder Formteile in der Qualitätskontrolle. Auch flüssige Komponenten wie Harze oder Additivmischungen können Teil der Dichtemessung sein. In der Praxis werden Dichtewerte häufig mit weiteren Prüfmerkmalen kombiniert, etwa wenn Materialfreigaben, Rezepturvergleiche oder Reklamationsabklärungen anstehen.
Geräteausführungen und Messprinzipien
Dichte-Messgeräte sind in unterschiedlichen Ausführungen verfügbar, abhängig von Probenform, Genauigkeitsanforderung und Prüfablauf. Für feste Kunststoffproben kommen häufig Wägeverfahren mit Verdrängungsprinzip zum Einsatz, während für Flüssigkeiten andere Messaufbauten verwendet werden. Bei porösen, schäumenden oder sehr kleinen Proben muss das Verfahren so gewählt werden, dass Hohlräume, Benetzung und Probenvorbereitung das Ergebnis nicht verfälschen.
Abgrenzung zu anderer Mess- und Prüftechnik
Innerhalb der Messtechnik und Prüftechnik erfassen Dichte-Messgeräte eine Materialeigenschaft und keine laufende Prozessgrösse. Im Unterschied zu Durchflussmessgeräten, Druckaufnehmern oder Temperaturmessgeräten messen sie nicht den Zustand eines Mediums in einer Anlage. Gegenüber Härteprüfgeräten, Melt-Index-Prüfgeräten oder Feuchtemessgeräten liegt der Fokus nicht auf mechanischem Verhalten, Schmelzfluss oder Wassergehalt, sondern ausschliesslich auf der Dichte des untersuchten Materials.