Welche Messgrössen Strömungsmessgeräte erfassen
Strömungsmessgeräte dienen zur Erfassung von Strömungsgeschwindigkeit, Strömungsrichtung und je nach Ausführung auch von Strömungsprofilen oder Schwankungen im Medium. Gemessen werden gasförmige oder flüssige Medien an einzelnen Punkten, über Querschnitte oder direkt im Prozessraum. Die Geräte arbeiten je nach Anwendung mit thermischen, mechanischen, druckbasierten, optischen oder vergleichbaren physikalischen Messprinzipien. Welche Bauart geeignet ist, hängt vom Medium, von der Einbausituation, vom Temperaturbereich und von der geforderten Messauflösung ab.
Einsatz in Kunststoffverarbeitung und Anlagenbetrieb
In der Kunststoffverarbeitung werden Strömungsmessgeräte unter anderem bei Prozessluft in Trocknern, in Absaug- und Abluftsystemen, in Kühl- und Temperierkreisen sowie bei der Medienführung an Anlagen eingesetzt. Relevant ist die Messung dort, wo die gleichmässige Verteilung oder die lokale Geschwindigkeit des Mediums den Prozess beeinflusst. Das betrifft etwa Luftbewegungen in Kanälen und Gehäusen oder Strömungsverhältnisse in Leitungsabschnitten, in denen Druckverlust, Stillstand oder ungleichmässige Versorgung geprüft werden sollen. Auch bei Inbetriebnahme, Wartung und Fehlersuche kommen solche Messgeräte zum Einsatz.
Bauformen und Ausführungen für unterschiedliche Messaufgaben
Verbreitet sind portable Handmessgeräte für punktuelle Kontrollen und fest installierte Sensoren für die laufende Überwachung. Je nach Aufgabe kommen Einstechfühler, Inline-Sensoren oder Systeme zur Erfassung mehrerer Messpunkte zum Einsatz. Für Gase und Flüssigkeiten gelten unterschiedliche Anforderungen an Werkstoffe, Dichtheit, Ansprechzeit und Reinigbarkeit. In Anwendungen mit empfindlichen Prozessen werden Verfahren bevorzugt, die die Strömung möglichst wenig beeinflussen.
Abgrenzung zu Durchflussmessung und angrenzender Messtechnik
Im Unterschied zu Durchflussmessgeräten erfassen Strömungsmessgeräte nicht primär die transportierte Gesamtmenge pro Zeit, sondern das Verhalten der Strömung an einem Punkt oder über einen Querschnitt. Durchflussregler greifen aktiv in den Prozess ein, während Strömungsmessgeräte zunächst Messwerte liefern. Gegenüber Druckaufnehmern und Manometern steht nicht der Druck allein im Vordergrund, sondern die Bewegung des Mediums. Innerhalb der Messtechnik und Prüftechnik sind sie dort einzuordnen, wo Strömungsverhältnisse analysiert und nicht bloss Druck, Temperatur oder Materialkennwerte bestimmt werden.