Was mit vorgegossenen Werkzeugen gemeint ist
Bei vorgegossenen Werkzeugen entsteht der Grundkörper des Werkzeugs durch ein Giessverfahren und nicht erst vollständig aus Vollmaterial. Die gegossene Vorform bildet die Basis für die weitere Fertigung und wird je nach Anforderung nachbearbeitet, ausgerichtet, angepasst oder mit zusätzlichen Funktionselementen ergänzt. Relevant sind dabei vor allem Formstabilität, Bearbeitungszugaben und die Eignung des Ausgangsteils für die spätere Werkzeuggeometrie.
Typische Anwendungen im Kunststoff-Werkzeugbau
Im Umfeld der Kunststoffverarbeitung kommen vorgegossene Werkzeuge als Ausgangsbasis für Formen, Werkzeugplatten, Trägerkörper oder ähnliche Bauteile im Werkzeugbau in Frage. Sie eignen sich besonders dann, wenn komplexere Grundformen wirtschaftlich vorgebildet werden sollen und die Endkonturen erst in späteren Fertigungsschritten entstehen. Der Einsatz hängt vom jeweiligen Werkzeugkonzept, den mechanischen Anforderungen und dem geplanten Bearbeitungsaufwand ab.
Ausführungen und Bearbeitungsstand
Vorgegossene Werkzeuge können als reine Rohlinge, als gussnahe Vorformen oder als teilbearbeitete Werkzeugkörper bereitgestellt werden. Je nach Ausführung stehen noch grössere Bearbeitungsreserven zur Verfügung oder einzelne Flächen und Bezugspunkte sind bereits vorbereitet. Ohne weitere Unterleistungen bleibt die Einteilung offen, entscheidend ist jedoch stets, dass das Bauteil noch nicht das vollständig fertiggestellte Werkzeug darstellt.
Abgrenzung zu anderen Werkzeugleistungen
Die Bezeichnung beschreibt in erster Linie den Fertigungs- und Lieferzustand eines Werkzeugs, nicht dessen konkrete Funktion. Sie unterscheidet sich damit von Leistungen wie Formpresswerkzeugen, Tiefziehwerkzeugen oder Mehrkomponenten-Werkzeugen, bei denen die Werkzeugart selbst im Vordergrund steht. Ebenso ist sie von Bearbeitungsleistungen wie CNC-Senkerodieren oder von Standardkomponenten wie Normteilen für den Werkzeugbau abzugrenzen.