Erzeugung nicht kreisrunder Drehkonturen
Anders als beim konventionellen Drehen entsteht hier keine rotationssymmetrische Oberfläche. Die Geometrie wird durch eine abgestimmte Bewegung von Werkstück, Werkzeug und Maschinensteuerung erzeugt, sodass definierte Mehrkantformen oder Unrundheiten entstehen. Welche Konturen herstellbar sind, hängt unter anderem von Maschine, Spannsituation, Werkzeugauslegung und den geforderten Toleranzen ab.
Typische Werkstücke und Bearbeitungssituationen
Polygondrehen und Unrunddrehen wird eingesetzt, wenn an drehbaren Bauteilen formschlüssige Abschnitte direkt erzeugt werden sollen. Typische Beispiele sind Wellenenden mit Mehrkant, Mitnahmeflächen, exzentrische Funktionsbereiche oder geometrisch definierte Übergänge zwischen runden und unrunden Partien. Das Verfahren ist besonders dort relevant, wo die Kontur lagegenau zur Drehachse gefertigt werden muss.
Formen, Bearbeitungstiefe und prozessnahe Varianten
Je nach Aufgabenstellung können regelmässige Polygonformen, partielle Unrundheiten oder exzentrisch verlaufende Drehabschnitte gefertigt werden. In der Praxis reicht die Bearbeitung von funktionsgerechten Vorstufen bis zu masshaltigen Endkonturen, sofern Werkstoff, Oberflächenanforderung und Maschinenkonzept dies zulassen. Auch die Kombination mit weiteren Drehoperationen wie Plan-, Längs- oder Nachdrehen ist üblich, wenn ein Bauteil mehrere Geometriebereiche aufweist.
Abgrenzung zu anderen Dreharbeiten
Innerhalb der Dreharbeiten gehört Polygondrehen und Unrunddrehen zu den spezialisierten Verfahren für nicht rotationssymmetrische Konturen. Im Unterschied zu NC- oder CNC-Drehen als Oberbegriff beschreibt diese Leistung eine konkrete Geometrieanforderung. Gegenüber Profildrehen, Kopierdrehen oder Feindrehen steht hier nicht die Oberflächenfeinheit oder ein entlang der Werkzeugform erzeugtes Profil im Vordergrund, sondern die gezielte Herstellung von polygonalen oder unrunden Querschnitten.