Bearbeitung mit Fokus auf Mass-, Form- und Lagetreue
Beim Koordinatenschleifen werden vor allem Bohrungen, Sitze, Aussparungen und Innenkonturen feinbearbeitet. Entscheidend ist die exakte Position dieser Merkmale im Werkstück, etwa der Abstand mehrerer Bohrungen oder ihre Lage zu Bezugskanten und Referenzflächen. Das Verfahren wird eingesetzt, wenn gefräste oder gebohrte Konturen in ihrer Genauigkeit nicht ausreichen oder nach dem Härten nachbearbeitet werden müssen.
Typische Werkstücke im Präzisions- und Werkzeugbau
Koordinatenschleifen findet sich häufig bei Werkzeugplatten, Matrizen, Stempelführungen, Lehren, Vorrichtungen und anderen prismatischen Präzisionsteilen. Typisch sind Pass- und Führungsbohrungen, Bohrbilder mit enger Lagevorgabe sowie funktionale Innengeometrien in gehärteten oder bereits vorbearbeiteten Bauteilen. Auch bei Reparaturen oder Korrekturen einzelner Funktionsstellen kann das Verfahren sinnvoll sein.
Geeignete Geometrien und Bearbeitungsstände
Bearbeitet werden vor allem innenliegende Geometrien mit hoher Anforderung an Rundheit, Zylindrizität, Oberflächengüte und Bezugslage. Dazu gehören einzelne Bohrungen ebenso wie Bohrungsgruppen, abgestimmte Passsitze oder konturierte Innenbereiche. Koordinatenschleifen wird oft als Endbearbeitung eingesetzt, wenn ein Bauteil masslich weitgehend fertig ist und nur definierte Funktionsmerkmale auf Endmass gebracht werden sollen.
Abgrenzung zu anderen Schleifverfahren
Im Vergleich zum Flachschleifen steht beim Koordinatenschleifen nicht die ebene Fläche, sondern die genaue Lage von Bohrungen und Innenkonturen im Werkstück im Vordergrund. Gegenueber dem Innenrundschleifen geht es nicht nur um eine rotationssymmetrische Bohrung, sondern um deren präzise Einordnung in ein Koordinatensystem. Vom Profilschleifen unterscheidet sich das Verfahren dadurch, dass die geometrische Lage mehrerer Merkmale zueinander meist ebenso relevant ist wie ihre Form.