Stirnseitige Verbindungen mit durchgehender Fuge
Kennzeichnend für das Stumpfschweissen ist die Verbindung zweier Bauteile an ihren Stirnflächen. Im Unterschied zu überlappenden oder punktförmigen Verbindungen liegt die Schweissnaht in der Fuge zwischen den aneinander ausgerichteten Werkstücken. Je nach Werkstoff, Materialdicke und Anforderung kann die Naht mit vollständiger oder begrenzter Durchschweissung ausgeführt werden.
Typische Werkstücke und Einsatzbereiche
Stumpfnähte kommen vor allem dort zum Einsatz, wo Bauteile in einer Linie oder in einer fortlaufenden Fläche verbunden werden sollen. Typische Beispiele sind Bleche, Flachmaterial, Stäbe, Draht, Profile oder Bauteile mit gerader Fugenführung. In der Lohnfertigung ist diese Schweissart verbreitet, wenn Einzelteile, Zuschnitte oder vorgefertigte Elemente zu längeren oder konstruktiv geschlossenen Einheiten verbunden werden.
Nahtvorbereitung, Spaltmass und Nahtformen
Für die Ausführung sind die Kantenbearbeitung und die Lage der Bauteile entscheidend. Je nach Dicke und Zugänglichkeit können unterschiedliche Nahtformen nötig sein, etwa mit geraden oder angeschrägten Kanten. Ebenso relevant sind ein geeignetes Spaltmass, saubere Fügeflächen und eine stabile Fixierung, damit die Naht gleichmässig aufgebaut werden kann.
Abgrenzung zu anderen Schweissarbeiten
Stumpfschweissen bezeichnet in erster Linie die Art der Fugenanordnung und nicht das konkrete Energie- oder Schutzgassystem. Leistungen wie MIG-Schweissen, MAG-Schweissen oder TIG-Schweissen benennen das Verfahren, mit dem eine stumpfe Naht ausgeführt werden kann. Von Auftragsschweissen unterscheidet sich Stumpfschweissen durch das Ziel der Verbindung zweier Werkstücke statt des Auftrags einer Schicht; von Punktschweissen und Nahtschweissen durch die Fugenform und den Verbindungsaufbau.