Was beim Hartvernickeln technisch entsteht
Beim Hartvernickeln wird auf einem leitfähigen Grundwerkstoff elektrolytisch Nickel abgeschieden. Die entstehende Schicht verändert die Oberflächeneigenschaften des Bauteils, etwa hinsichtlich Härte, Gleitverhalten, Verschleissverhalten und je nach System auch Korrosionsbeständigkeit. Entscheidend für das Ergebnis sind unter anderem die Vorbehandlung, die Badführung, die Schichtdicke und die Geometrie des Werkstücks.
Typische Bauteile und Einsatzsituationen
Hartvernickelte Oberflächen finden sich vor allem an funktionellen Flächen, die wiederholt mechanisch beansprucht werden. Dazu gehören beispielsweise Wellen, Führungen, Passflächen, Werkzeuge, Formen oder Maschinenteile mit Reib- und Kontaktbelastung. Das Verfahren wird auch dann gewählt, wenn Masse gezielt aufgebaut oder die Oberfläche für eine definierte technische Nutzung angepasst werden soll.
Schichtauslegung, Vorbehandlung und Teilbeschichtung
Die Ausführung wird an Werkstoff, Bauteilform und Einsatzbedingung angepasst. Vor dem Beschichten sind saubere, aktivierte Oberflächen erforderlich; je nach Grundmaterial können zusätzliche Prozessschritte nötig sein. In der Praxis werden nicht immer ganze Bauteile beschichtet, sondern oft nur bestimmte Funktionszonen, während andere Bereiche abgedeckt oder ausgespart bleiben. Auch die geforderte Schichtdicke und die Nachbearbeitung beeinflussen das Ergebnis.
Abgrenzung zu Verchromen, Verzinken und anderen galvanischen Verfahren
Innerhalb der galvanischen Oberflächenbehandlungen gehört Hartvernickeln zu den funktionellen Nickelsystemen. Im Unterschied zum Verchromen steht nicht die Chromschicht im Fokus, und im Unterschied zum Verzinken beruht der Schutz nicht auf einer Zinkschicht mit anderem Wirkprinzip. Gegenüber Verfahren wie Vergolden, Versilbern oder Vermessingen ist Hartvernickeln klar technisch geprägt. Elektropolieren wiederum trägt Material ab, während Hartvernickeln Material aufbaut.