Wie Spritzverzinnen als thermisches Beschichten abläuft
Beim Spritzverzinnen wird Zinn als Beschichtungswerkstoff in einem thermischen Spritzprozess auf die vorbereitete Werkstückoberfläche aufgebracht. Das Material trifft in feinen Partikeln auf den Grundwerkstoff und bildet dort eine haftende Schicht. Das Verfahren dient nicht der Formgebung des Bauteils, sondern der gezielten Veränderung seiner Oberfläche.
Typische Bauteile und Anwendungssituationen
Spritzverzinnen kommt in Frage, wenn metallische Bauteile eine zinnhaltige Funktionsschicht erhalten sollen, ohne dass das gesamte Werkstück in einem Bad behandelt wird. Das ist unter anderem bei grossen, montierten oder nur teilweise zu beschichtenden Komponenten relevant. Auch bei Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten kann das Verfahren eingesetzt werden, wenn Oberflächeneigenschaften lokal wiederhergestellt oder ergänzt werden sollen.
Vorbehandlung, Schichtaufbau und anforderungsgerechte Auslegung
Die Eignung des Verfahrens hängt stark von der Oberflächenvorbereitung, dem Grundwerkstoff und den geforderten Schichteigenschaften ab. Je nach Einsatzfall wird die Zinnschicht auf Schutzwirkung, Benetzbarkeit, Lötbarkeit oder eine definierte Oberflächencharakteristik ausgelegt. Auch die gewünschte Schichtdicke, die Gleichmässigkeit des Auftrags und mögliche Nachbearbeitungen sind Teil der verfahrenstechnischen Auslegung.
Abgrenzung zu Spritzverzinken, Verzinnen und anderen Spritzverfahren
Im Unterschied zum Spritzverzinken wird beim Spritzverzinnen Zinn statt Zink aufgebracht, was zu anderen Oberflächeneigenschaften und Einsatzfeldern führt. Von allgemeinem Verzinken oder Verzinnen unterscheidet sich das Verfahren durch das thermische Aufbringen der Schicht an der Oberfläche statt durch einen klassischen Badprozess. Gegenüber Geschwisterleistungen wie Flammspritzverfahren, Lichtbogenspritzen oder Plasmaspritzverfahren bezeichnet Spritzverzinnen in erster Linie den Beschichtungswerkstoff Zinn, nicht die Energiequelle des Spritzprozesses.