Ihr Unternehmen beschäftigt Fachpersonen wie Kaminbauer:in? Dann erstellen Sie jetzt ein kostenloses Firmenprofil.
Jetzt Firmenprofil erstellenWer ein neues Heizsystem einbaut oder einen alten Schacht sanieren lässt, braucht eine sichere Abgasanlage – hier kommen Kaminbauer:innen ins Spiel. Sie sorgen dafür, dass Rauch- und Abgase zuverlässig ins Freie gelangen, Brandschutz eingehalten wird und Dach sowie Fassade dicht bleiben. Der Beruf vereint traditionelles Bauhandwerk mit moderner Abgastechnik und ist im Wohnungsbau ebenso gefragt wie in Gewerbe und kleiner Industrie. Zum Berufsbild gehört das Planen, Bauen und Sanieren von Kaminen und Abgasanlagen. Kaminbauer:innen prüfen vor Ort die Situation, nehmen Masse, beurteilen Materialzustand und Zugänglichkeit und wählen das passende System: gemauerter Schornstein, vorfabrizierter Systemkamin, doppelwandiger Edelstahlkamin oder ein Kunststoff-Abgassystem für kondensierende Geräte. Sie stimmen Querschnitt, Temperatur- und Druckklasse auf Feuerstätte, Leistung und Gebäudestandort ab und definieren die sichere Führung durchs Gebäude – von der Feuerstätte über Decken und Dach bis zur Mündung. Dabei berücksichtigen sie Brandschutzabstände, Luftzufuhr, Kondensatführung und den Schutz gegen Witterung. In der Ausführung arbeiten Kaminbauer:innen präzise und sauber. Auf der Baustelle richten sie Konsolen und Befestigungen aus, montieren Rohrleitungen, Übergänge und Revisionsöffnungen, setzen Durchdringungen mit geeigneten Manschetten und Dichtungen, führen Brandabschottungen aus und stellen die statische Befestigung sicher. Bei gemauerten Schächten erstellen sie Fundament und Mantelsteine, führen Ausmauerungen aus Schamotte oder Leichtbauelementen, verputzen und verkleiden und setzen Abdeckungen sowie Regenhauben. Dach- und Fassadenanschlüsse fertigen sie wetterfest, in Abstimmung mit Spenglerei und Dachdeckerei. Zum Abschluss prüfen sie Dichtheit, Zug und Funktion und erstellen die nötigen Übergabeunterlagen. Ein grosser Teil der Arbeit ist die Sanierung bestehender Anlagen. In vielen Gebäuden sind alte Schornsteine für moderne, effiziente Feuerungen zu gross, zu rau oder nicht kondensatbeständig. Kaminbauer:innen ziehen dann Edelstahl- oder Kunststoff-Inliner ein, reduzieren Querschnitte, setzen Prüf- und Revisionsöffnungen und verbessern die Hinterlüftung. Ebenso rüsten sie raumluftunabhängige Lösungen nach, wenn dichte Gebäudehüllen oder mechanische Lüftungen dies erfordern. Bei Mehrfachbelegungen planen sie Anlagen so, dass mehrere Geräte über einen Schacht sicher betrieben werden können, und koordinieren die Abnahme mit dem Kaminfegerbetrieb. Die Ausbildung verläuft in der Schweiz nicht als eigene EFZ-Grundbildung, sondern über verwandte Berufslehren und Spezialisierung im Betrieb. Häufige Einstiege sind Maurer:in EFZ, Spengler:in EFZ, Heizungsinstallateur:in EFZ oder Ofenbauer:in EFZ. Darauf aufbauend folgen Herstellerschulungen zu Systemkaminen und Abgastechnik, Kurse zu Brandschutz, Arbeitssicherheit, Arbeiten auf Dächern und Gerüsten sowie zu Normen und Richtlinien. So entsteht ein klares Berufsprofil als Fachperson Kaminbau, das Betriebe in Beratung, Planung, Montage und Service abdeckt. Die Anforderungen sind vielseitig. Gefragt sind handwerkliches Geschick, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und sichere Massaufnahme. Weil viele Arbeiten auf Gerüsten und Dächern stattfinden, braucht es Schwindelfreiheit, Wettertoleranz und konsequente Arbeitssicherheit. Sorgfalt bei Brandschutzabständen, Abdichtungen und Befestigungen ist entscheidend; kleine Fehler können grosse Schäden verursachen. Wer Pläne lesen kann, Grundlagen der Gebäudetechnik versteht und gerne lösungsorientiert mit Bauleitung, Spenglerei, Heizungsbau und Kaminfeger zusammenarbeitet, bringt beste Voraussetzungen mit. Kundenorientierung zählt ebenfalls: Gute Kaminbauer:innen erklären Varianten verständlich, kalkulieren transparent und hinterlassen die Baustelle sauber. Im Alltag wechseln Baustelle und Werkstatt. Heute eine Inlinersanierung in einem Altbau mit engen Schächten, morgen die Montage eines doppelwandigen Edelstahlkamins an der Aussenfassade eines Einfamilienhauses, übermorgen ein Systemkamin im Neubau mit Pelletkessel. Dazu kommen Offerten, Materialdisposition, Terminplanung und die Dokumentation für Abnahmen. Servicearbeiten wie Funktionskontrollen, Dichtungstausch, Befestigungsnachzug oder das Nachrüsten von Revisionselementen runden den Aufgabenbereich ab. Messungen und periodische Reinigung bleiben in der Regel Sache des Kaminfegerbetriebs, mit dem eng koordiniert wird. Die Branche entwickelt sich mit der Heiztechnik weiter. Kondensierende Gas- und Ölheizungen, Pellet- und Stückholzfeuerungen, raumluftunabhängige Geräte sowie strengere energetische Anforderungen prägen die Auslegung von Abgasanlagen. Materialien müssen temperatur- und kondensatbeständig sein, gleichzeitig leichter und montagefreundlicher. Vorfertigung, modulare Systeme und digitale Planungstools beschleunigen den Bauablauf. Für Kaminbauer:innen bedeutet dies: Wer Normen, Herstellerangaben und Brandschutzvorgaben sicher beherrscht und sich laufend weiterbildet, bleibt gefragt. Energetische Sanierungen, Ersatzneubauten und Umbauten sorgen für stabile Auslastung – unabhängig von der Jahreszeit, mit Spitzen vor der Heizperiode. Die berufliche Entwicklung bietet mehrere Wege. In kleinen und mittleren Betrieben wachsen Fachpersonen vom Monteur oder der Monteurin zur Bau- und Projektleitung, übernehmen Kundenberatung, Offertwesen und Qualitätskontrolle oder bilden Lernende in ihrem Grundberuf aus. Mit zusätzlicher Weiterbildung in Arbeitssicherheit, Höhenrettung, Brandschutzplanung oder Unternehmungsführung sind Funktionen als Team- oder Betriebsleiter:in möglich. Selbständigkeit ist ebenfalls verbreitet, oft in enger Zusammenarbeit mit Heizungs- und Ofenbaubetrieben. Geeignet ist der Beruf für Menschen, die gern sichtbar Ergebnisse schaffen, präzise arbeiten und Verantwortung übernehmen. Wer Höhe und Wetter nicht scheut, handwerklich stark ist, technisches Verständnis mitbringt und Freude am direkten Kundenkontakt hat, findet im Kaminbau eine abwechslungsreiche, sinnstiftende Aufgabe. Besonders passen Kandidat:innen mit einer bau- oder gebäudetechnischen Grundbildung, die sich spezialisieren möchten – und alle, die Wert auf Sicherheit, Qualität und gute Zusammenarbeit auf der Baustelle legen.
Ihr Unternehmen beschäftigt Fachpersonen wie Kaminbauer:in? Dann erstellen Sie jetzt ein kostenloses Firmenprofil.
Jetzt Firmenprofil erstellen