Werkstoff- und Herstellungsprinzip bei Mineralgussteilen
Bei Mineralgussteilen besteht der Grundwerkstoff aus mineralischen Füllstoffen und einem Bindemittelsystem. Die Mischung wird in eine Form eingebracht und härtet dort zum fertigen Bauteil aus. Dadurch gehört Mineralguss zwar zur Gruppe der Gussteile, unterscheidet sich aber grundlegend von Gussverfahren mit Aluminium, Stahl oder Bronze. Je nach Konstruktion lassen sich Einlegeteile, Anschlussbereiche oder vorbereitete Einbauräume bereits im Gusskörper vorsehen.
Einsatzfelder im Maschinen- und Anlagenbau
Typische Anwendungen liegen bei Maschinenbetten, Gestellen, Trägern, Portalen, Sockeln oder Gehäusen für präzise Maschinen und Anlagen. Mineralgussteile kommen besonders bei strukturgebenden Komponenten in Frage, bei denen Masse, Formstabilität und Schwingungsverhalten konstruktiv berücksichtigt werden. Auch für Mess- und Handhabungstechnik sowie für Sondermaschinen werden solche Bauteile eingesetzt, wenn eine monolithische Bauweise mit integrierten Funktionen sinnvoll ist.
Konstruktive Ausführungen und Bearbeitung
Mineralgussteile können als kompakte Grundkörper, als grossformatige Strukturteile oder als Hybridbauteile mit metallischen Einlegeteilen ausgeführt werden. Häufig werden Gewindeeinsätze, Befestigungspunkte, Durchführungen oder Montageflächen in die Konstruktion integriert. Funktionsflächen entstehen je nach Anforderung direkt über die Form oder werden nachträglich mechanisch bearbeitet. Die Bauteilkonstruktion muss dabei früh auf die spätere Lagerung, Verbindungstechnik und Bearbeitbarkeit abgestimmt werden.
Abgrenzung zu anderen Gussteilen in der Hierarchie
Innerhalb der übergeordneten Kategorie Gussteile nehmen Mineralgussteile eine Sonderstellung ein, weil sie nicht auf einem metallischen Werkstoff beruhen. Sie unterscheiden sich damit klar von Aluminiumgussteilen, Stahlgussteilen oder Graugussteilen, bei denen Festigkeit, Temperaturverhalten und metallurgische Eigenschaften anders bewertet werden. Gegenüber Druckgussteilen, Feingussteilen oder Präzisionsgussteilen steht bei Mineralguss meist nicht die Herstellung dünnwandiger Metallgeometrien im Vordergrund, sondern die Fertigung funktionaler Strukturbauteile. Die Wahl hängt deshalb stark davon ab, ob ein metallisches Gussteil oder ein mineralischer Gusskörper die konstruktiven Anforderungen besser erfüllt.