Was Kabelbäume und Kabelsätze technisch ausmacht
Ein Kabelbaum bündelt mehrere Leitungen oder Einzelleiter in einer vorgegebenen Struktur, oft mit Abzweigen, Schutzschläuchen, Befestigungselementen und Kennzeichnungen. Ein Kabelsatz bezeichnet meist eine vorkonfektionierte Leitungsgruppe für einen bestimmten Anschlussfall oder eine definierte Baugruppe. Beide Ausführungen werden auf die mechanische Einbausituation, die elektrische Belegung und die Schnittstellen des jeweiligen Systems abgestimmt.
Einsatz in Maschinen, Anlagen und verdrahteten Baugruppen
Typische Anwendungen liegen in Serienmaschinen, Sondermaschinen, Schaltschränken, Bediengehäusen und modular aufgebauten Anlagen. Kabelbäume werden dort eingesetzt, wo mehrere Signale oder Versorgungen geordnet entlang eines festen Verlegewegs geführt werden müssen. Kabelsätze sind verbreitet bei vormontierten Modulen, bei wiederkehrenden Baugruppen und überall dort, wo die Endmontage nicht erst einzelne Adern konfektionieren soll.
Ausführungen nach Einbauraum, Bewegung und Umgebungsbedingungen
Die Ausführung richtet sich unter anderem nach Biegeradien, bewegter oder statischer Verlegung, Temperaturbereich, Vibration, Feuchtigkeit und möglicher EMV-Belastung. Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Ummantelungen, Abschirmungen, Schutzschläuche, Zugentlastungen, Markierungen und Steckverbinder zum Einsatz. Auch die Prüfanforderungen unterscheiden sich: Bei einfachen Leitungsgruppen steht oft die Belegung im Vordergrund, bei komplexeren Baugruppen zusätzlich die mechanische Passung und die dokumentierte Zuordnung der einzelnen Stränge.
Abgrenzung zu Kabelkonfektion, Einzelkabeln und Steckverbindern
Kabelbäume und Kabelsätze sind innerhalb der elektrischen und elektronischen Bauteile eine übergeordnete Baugruppe aus mehreren aufeinander abgestimmten Komponenten. Sie gehen über ein einzelnes Elektrokabel hinaus, weil sie mehrere Leitungen samt Verzweigungen und Befestigungselementen als System zusammenfassen. Von der Kabelkonfektion unterscheiden sie sich dadurch, dass nicht nur einzelne konfektionierte Leitungen entstehen, sondern eine vollständige, einbaufertige Verdrahtungseinheit. Stecker und Steckverbinder sind dabei meist nur Teilkomponenten, nicht die eigentliche Leistung.