Materialaufbau und Einbau von Gussasphalten
Gussasphalte bestehen aus Bitumen, Füller, Sand und Gesteinskörnungen. Das Material wird im heissen Zustand eingebracht und verteilt sich zu einer geschlossenen Schicht, ohne dass eine klassische Verdichtung wie bei anderen Belagsarten erforderlich ist. Typisch sind die dichte Struktur und der fugenarme Aufbau. Je nach Konstruktion kann die Schicht direkt genutzt oder in einen mehrlagigen Bodenaufbau integriert werden.
Typische Anwendungen im Hochbau
Im Hochbau kommen Gussasphalte unter anderem in Verkehrsflächen, Nebenräumen, Technikbereichen, Kellergeschossen, Treppenanlagen oder auf Bauteilen mit erhöhten Anforderungen an einen geschlossenen Bodenaufbau vor. Auch in Bereichen, in denen ein robuster Untergrund für weitere Bodenbeläge benötigt wird, ist diese Bauweise verbreitet. Ob eine Nutzung im Innen- oder Aussenbereich sinnvoll ist, hängt vom gesamten Aufbau und von der Beanspruchung ab.
Ausführungen als Nutzbelag oder Unterlage
Gussasphalte können als fertige Oberfläche ausgeführt oder als Unterlagskonstruktion für textile, elastische, keramische oder andere Beläge verwendet werden. Die Oberfläche lässt sich glatt, abgestreut oder mit Zuschlägen strukturieren. Damit sind je nach Einsatzbereich unterschiedliche Anforderungen an Optik, Reinigung, Trittsicherheit und Belastbarkeit abbildbar. Entscheidend ist nicht nur das Material selbst, sondern die Abstimmung mit Anschlüssen, Schichtdicken und Oberflächenbehandlung.
Abgrenzung zu Kunstharz, Polyurethan und Hartbetonbelägen
Innerhalb der fugenlosen Bodenbeläge unterscheiden sich Gussasphalte deutlich von Reaktionsharzsystemen wie Kunstharz oder Polyurethan. Diese Beläge entstehen durch chemisch reagierende Harzkomponenten, während Gussasphalt als heiss eingebrachte Bitumenmischung verarbeitet wird. Gegenüber Hartbetonbelägen basiert die Nutzschicht nicht auf mineralischen Härtern im Beton, sondern auf einer eigenständigen Asphaltlage. Auch von Kaltbitumenanwendungen grenzt sich Gussasphalt durch Materialzustand, Einbauverfahren und typische Funktion im Bodenaufbau ab.