Was unter Wandbekleidungen und Wandbelägen fällt
Zur Leistung zählen alle nichttragenden Oberflächenaufbauten, die Wände dauerhaft verkleiden oder belegen. Dazu gehören fest montierte Platten, Tafeln, Bahnen, Elemente oder Beläge, die auf Unterkonstruktionen, direkt auf dem Untergrund oder mit Klebe- und Befestigungssystemen ausgeführt werden. Im Unterschied zum reinen Anstrich entsteht dabei eine eigenständige Materialschicht mit eigener Haptik, Fuge, Stossausbildung und oft auch erhöhter Beanspruchbarkeit.
Typische Einsatzbereiche im Innenausbau
Wandbekleidungen und Wandbeläge werden im Neubau und in der Sanierung eingesetzt, wenn Wände über die reine Beschichtung hinaus belastbar, pflegegerecht oder gestalterisch differenziert ausgebildet werden sollen. Häufige Einsatzorte sind Erschliessungszonen, Sanitärbereiche, Büro- und Verwaltungsflächen, Verkaufsräume, Gastronomie, Gesundheitsbauten sowie Wohnbauten mit erhöhten Anforderungen an Reinigung oder Oberflächenschutz. Auch bei Bestandsbauten werden sie genutzt, um unruhige Untergründe zu überdecken oder neue Nutzungskonzepte materialseitig sichtbar zu machen.
Materialgruppen und Ausführungsarten
Die Ausführung reicht von gebrannten Materialien wie keramischen Wandplatten über Gesteine bis zu Holz und Holzwerkstoffen sowie Kunststoffen, Papier und Textilien. Gebrannte Materialien und Gesteine werden oft bei robusten oder feuchtebeanspruchten Wandflächen eingesetzt. Holz und Holzwerkstoffe kommen eher dort zum Einsatz, wo warme Oberflächenbilder, akustische Eigenschaften oder eine trockene Ausbauweise gefragt sind. Kunststoffe, Papier und Textilien decken ein breites Spektrum von funktionalen bis dekorativen Lösungen ab. Die Wahl des Systems hängt unter anderem von Untergrund, Beanspruchung, Reinigungsanforderungen, Anschlüssen, Fugenbild und der gewünschten Austauschbarkeit einzelner Elemente ab.
Abgrenzung zu Malerarbeiten, Gipserarbeiten und anderen Wandlösungen
Innerhalb der Hierarchie des Ausbaus gehört die Leistung zu den Wandoberflächen und ergänzt die Wandkonstruktion selbst. Gegenüber Farbanstrichen und Malerarbeiten liegt der Unterschied in der eigenständigen Bekleidung statt einer Beschichtung. Gipserarbeiten schaffen oder egalisieren den Untergrund, sind aber nicht mit der fertigen Wandbekleidung gleichzusetzen. Mobile Wände dienen der Raumteilung, Wandverglasungen bilden transparente oder transluzente Wandflächen. Wandbekleidungen und Wandbeläge beziehen sich dagegen auf die dauerhafte Oberfläche einer vorhandenen Wand.