Funktion von Erdungsgarnituren in Hochspannungsanlagen
Erdungsgarnituren sind temporär eingesetzte Sicherheitseinrichtungen für Arbeiten an spannungsfrei geschalteten Anlageteilen. Sie stellen eine leitfähige Verbindung zur Erde her und können Anlagenteile zusätzlich kurzschliessen. Typische Bestandteile sind Verbindungselemente, Anschlussteile und für die sichere Handhabung vorgesehene Bedienkomponenten. Entscheidend ist, dass die Garnitur zur elektrischen und mechanischen Beanspruchung des jeweiligen Einsatzortes passt.
Typische Einsatzorte in Netzen und Stationen
Zum Einsatz kommen Erdungsgarnituren unter anderem in Schaltfeldern, bei Kabelanschlüssen, an Sammelschienen, in Transformatorenstationen sowie bei Unterhalts- und Umbauarbeiten an Hochspannungsanlagen. Sie werden dort verwendet, wo Anlageteile nach dem Freischalten für Arbeiten zusätzlich gesichert werden müssen. Je nach Anlagenaufbau unterscheiden sich die Anforderungen an Erreichbarkeit, Anschlusssituation und Handhabung deutlich.
Ausführungen nach Anlage, Anschluss und Belastung
Erdungsgarnituren unterscheiden sich nach Spannungsebene, Kurzschlussbeanspruchung, Leiterquerschnitt, Länge der Verbindungen und Art der Anschlussklemmen. Daneben gibt es anlagenspezifische Ausführungen für Innenraumschaltanlagen, Freiluftanlagen oder Kabelanlagen. Auch die Form der Erdungsanschlüsse und die Zugänglichkeit der Arbeitsstelle beeinflussen, welche Garnitur geeignet ist. In der Praxis werden deshalb häufig auf bestimmte Stationen oder Netzabschnitte abgestimmte Systeme verwendet.
Abgrenzung zu anderen Leistungen im Hochspannungsbereich
Innerhalb der Leistung Hochspannungsnetze und Transformatorenstationen sind Erdungsgarnituren keine dauerhaft betriebene Hauptkomponente wie Transformatoren oder HS-Stationen. Sie unterscheiden sich auch von Hochspannungsmaterialien als breiter Materialgruppe, weil ihr Zweck klar auf die temporäre Arbeitssicherheit ausgerichtet ist. Gegenüber Kommandopulten fehlt die Steuer- und Bedienfunktion, und ein Hausanschluss-Kasten gehört in einen anderen Netzbereich mit anderer technischer Einordnung.