Blindleistungsausgleich am einzelnen Betriebsmittel
Einzelkompensation ist eine Ausprägung der Blindstrom-Kompensation innerhalb von Starkstrom- und Verteilanlagen. Im Unterschied zu zentralen Lösungen wird die Kompensation nicht in der Haupt- oder Unterverteilung für mehrere Abgänge zusammengefasst, sondern direkt einem einzelnen Verbraucher zugeordnet. Dadurch sinkt die Blindstrombelastung auf den vorgelagerten Leitungen und Schaltgeräten dieses Abgangs.
Typische Einsatzbereiche bei induktiven Verbrauchern
Die Leistung wird dort eingesetzt, wo einzelne induktive Verbraucher klar abgrenzbar und regelmässig in Betrieb sind. Dazu gehören je nach Anlage beispielsweise Motoren, Pumpen, Lüftungen, Fördertechnik oder einzelne Transformatoren. Besonders geeignet ist die Einzelkompensation, wenn die Blindleistung überwiegend von wenigen definierten Lasten verursacht wird und nicht von vielen kleinen, wechselnden Verbrauchern.
Schaltungsarten und Auslegungsfragen
In der Praxis wird der Kompensationskondensator häufig gemeinsam mit dem zugehörigen Verbraucher geschaltet, damit die Kompensation nur bei laufender Last wirksam ist. Für die Auslegung sind unter anderem die elektrische Charakteristik des Verbrauchers, seine Betriebsdauer und sein Schaltverhalten relevant. Bei stark schwankender Last, getaktetem Betrieb oder leistungselektronisch beeinflussten Verbrauchern ist eine genaue technische Prüfung erforderlich, damit keine ungeeignete oder überhöhte Kompensation entsteht.
Abgrenzung zu Gruppen- und Zentralkompensation
Einzelkompensation unterscheidet sich von der Gruppenkompensation dadurch, dass nicht mehrere Verbraucher gemeinsam, sondern jeder relevante Verbraucher separat kompensiert wird. Gegenüber der Zentralkompensation verlagert sie den Ausgleich von der Verteilung an den Ort der Last. Steuergeräte für Kompensationsanlagen sind vor allem bei stufig geregelten zentralen Systemen relevant; bei einfachen Einzelkompensationen ist die Schaltung oft direkt an den jeweiligen Verbraucher gekoppelt.