Aufbau und Funktion von Rack-Schränken
Ein Rack-Schrank ist das Gehäuse- und Montagesystem für Netzwerkkomponenten in standardisierten Einbaubreiten, häufig in 19-Zoll-Bauweise. Untergebracht werden etwa Modems, Router, Switches, Patchpanels, Rangierfelder oder Fachböden für Geräte ohne direkten Rack-Einbau. Zum Schrank gehören je nach Ausführung Front- und Rücktüren, Seitenwände, Montageschienen, Kabelmanagement, Belüftungsöffnungen und Abschliessmöglichkeiten. Damit lassen sich Geräte zugänglich montieren, Leitungen geordnet führen und technische Bereiche von Arbeits- oder Publikumszonen trennen.
Typische Einbauorte im Gebäude und in der Netzwerkinfrastruktur
Modemschränke werden häufig in kleineren Standorten, Nebenräumen oder dezentralen Versorgungspunkten eingesetzt, etwa für den Internetanschluss eines Mietbereichs oder einer Etage. Netzwerkschränke kommen in Technikräumen, Etagenverteilern, Servernischen, Schulbauten, Verwaltungsgebäuden, Gewerbeliegenschaften oder gemischt genutzten Objekten vor. In diesen Umgebungen dienen sie als physische Basis für strukturierte Gebäudenetze, für die Übergabe zwischen Gebäudeverkabelung und aktiven Geräten sowie für die saubere Trennung einzelner Netzsegmente.
Wandschrank, Standschrank und planungsrelevante Ausführungen
Die Auswahl richtet sich nach Platzangebot, Gerätetiefe, Anzahl Höheneinheiten, Kabelführung, Zugänglichkeit und thermischer Belastung. Wandschränke eignen sich für kleinere Installationen mit begrenztem Geräteumfang, während Standschränke mehr Ausbaureserven und bessere Bedingungen für grössere Patchfelder, mehrere Switches oder zusätzliche Stromverteilungen bieten. Relevant sind ausserdem Tür- und Seitenzugang, Sockel- oder Bodenaufstellung, Einführungen für Kabel von oben oder unten, Staubschutz, Schlosslösungen und Reserven für spätere Erweiterungen. Bei dichter Bestückung müssen auch Luftführung und Wärmeabgabe mitgeplant werden.
Abgrenzung innerhalb der Leistung Netzwerke
Diese Leistung betrifft den Schrank als Einbau- und Ordnungssystem für Netzkomponenten. Sie unterscheidet sich von Verkabelungssystemen und UKV, die Leitungswege, Dosen und Übertragungsstrecken beschreiben, sowie von Anschlusskomponenten und Verteilerkomponenten wie Patchpanels oder Steckverbindungen, die im Schrank montiert werden. Gegenüber Klimatisierungssystemen und USV umfasst sie nicht die Kühlung oder Notstromversorgung selbst, auch wenn solche Systeme in oder an einem Rack berücksichtigt werden können. Von allgemeiner Netzwerktechnik grenzt sich die Leistung dadurch ab, dass sie primär die physische Aufnahme, Anordnung und Schutzfunktion der Infrastruktur behandelt.