Was ein bidirektionaler Zähler misst
Ein bidirektionaler Zähler zählt die bezogene und die eingespeiste elektrische Energie getrennt. Damit lässt sich nachvollziehen, wie viel Strom aus dem öffentlichen Netz entnommen und wie viel überschüssiger Strom aus der Solaranlage zurück ins Netz abgegeben wurde. Die Messung erfolgt über getrennte Register oder entsprechend getrennt auswertbare Zählerstände, damit Bezug und Einspeisung nicht miteinander verrechnet werden.
Einsatz bei Photovoltaik mit Eigenverbrauch
Typisch ist der Einsatz an Gebäuden mit Photovoltaikanlage, wenn erzeugter Solarstrom teilweise direkt vor Ort genutzt und teilweise ins Netz eingespeist wird. Das betrifft unter anderem Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Gewerbeobjekte und kleinere Betriebsstandorte mit eigener Stromproduktion. Ein bidirektionaler Zähler wird am Netzanschlusspunkt eingesetzt und bildet dort den tatsächlichen Energieaustausch mit dem Netz ab, unabhängig davon, wie viel Strom innerhalb des Gebäudes direkt verbraucht wird.
Ausprägungen und Einbindung ins Messkonzept
Bidirektionale Zähler unterscheiden sich je nach Netzanschluss und Messkonzept, etwa hinsichtlich Phasenzahl, Bauform oder Kommunikationsfähigkeit. In der Praxis ist relevant, ob der Zähler in ein einfaches Einspeisekonzept oder in eine weiterführende Messinfrastruktur eingebunden wird. Welche Ausführung zulässig oder erforderlich ist, hängt vom Netzbetreiber, von der Anlagengrösse und vom vorgesehenen Abrechnungsmodell ab.
Abgrenzung zu Bezugs-, Einspeise- und Ertragszählern
Innerhalb der Kategorie Zähler ist der bidirektionale Zähler von anderen Zählertypen klar zu unterscheiden. Ein Bezugszähler erfasst nur den Strombezug aus dem Netz, ein Einspeisezähler nur die Rückspeisung ins Netz. Ein Ertragszähler misst dagegen die Produktion der Solaranlage selbst und nicht den Energieaustausch am Netzanschlusspunkt. Der bidirektionale Zähler verbindet Bezug und Einspeisung in einem Gerät, ersetzt aber nicht automatisch jeden weiteren Zähler, der für Erzeugungsnachweise, interne Verteilungen oder besondere Abrechnungsmodelle nötig sein kann.