Förderprinzip mit entkoppeltem Antrieb und Lastträger
Bei Power-and-Free-Systemen sind die angetriebene Förderkette und die Lastträger funktional voneinander getrennt. Dadurch lassen sich einzelne Transporteinheiten anhalten, sammeln oder in definierter Reihenfolge weiterfördern, ohne dass der gesamte Umlauf stillsteht. Im Unterschied zu einfacheren Kettenumlaufsystemen ist damit kein rein kontinuierlicher Gesamttransport vorgegeben, sondern ein steuerbarer Materialfluss innerhalb derselben Strecke.
Typische Einsatzfälle in Montage, Pufferung und Prozessverkettung
Die Technik wird für Stückgüter eingesetzt, die mehrere Bearbeitungs- oder Montageschritte nacheinander durchlaufen. Typisch sind Anlagen mit Zwischenpuffern, unterschiedlichen Bearbeitungszeiten oder klar getrennten Übergabepunkten zwischen Fertigungsbereichen. Auch dort, wo Güter in definierten Abständen bereitgestellt oder vorübergehend gesammelt werden müssen, bietet das System eine passende Förderlogik.
Anlagenfunktionen im Umlaufbetrieb
Power-and-Free-Kreiskettenförderer können auf kontinuierlichen Umlauf mit zusätzlichen Funktionsbereichen ausgelegt werden, etwa für Staustrecken, Ausschleusungen oder Übergaben an nachgelagerte Stationen. Je nach Anlagenkonzept lassen sich Werkstückträger einzeln freigeben oder in Gruppen führen. Die konkrete Ausprägung richtet sich nach Fördergut, Trägerkonzept, gewünschter Reihenfolge und dem Zusammenspiel mit vor- oder nachgelagerten Prozessen.
Abgrenzung zu anderen Kettenförderern
Innerhalb der Kettenförderer unterscheidet sich diese Bauart von Kettenkreisförderern vor allem durch die Möglichkeit, einzelne Lastträger unabhängig vom laufenden Antrieb zu behandeln. Kabelförderer arbeiten mit einem anderen Zugmittel und folgen daher einem anderen konstruktiven Ansatz. Unterflur-Kettenförderer verlegen die Fördertechnik im Bodenbereich, während Power-and-Free-Kreiskettenförderer häufig für umlaufende und flexibel steuerbare Transportaufgaben mit Pufferfunktion gewählt werden.