Funktionsprinzip von Rohrpostsystemen
Eine Rohrpostanlage besteht aus Rohrleitungen, Sende- und Empfangsstationen, Weichen sowie der Antriebseinheit für den Luftstrom. Das Fördergut wird in einen passenden Behälter eingelegt und durch Druck- oder Saugförderung zur Zielstation bewegt. Die Anlage ist auf definierte Behältergrössen und Transportstrecken ausgelegt; offene oder unregelmässige Stückgüter sind dafür nicht vorgesehen.
Einsatzbereiche für den internen Kleintransport
Rohrpostanlagen werden dort eingesetzt, wo kleine Sendungen schnell und ohne manuellen Kurierverkehr zwischen festen Punkten bewegt werden sollen. Typische Umgebungen sind Spitäler, Labore, Verwaltungsgebäude, Produktionsbetriebe oder grössere Betriebsareale mit wiederkehrenden internen Transportwegen. Besonders geeignet ist das System für Sendungen, die zeitnah ankommen sollen, aber keine Fördertechnik für grössere Lasten erfordern.
Auslegung, Stationen und Netzvarianten
Die Planung richtet sich nach Anzahl Stationen, Leitungsführung, Gebäudestruktur und den Eigenschaften des Förderguts. Anlagen können einfache Punkt-zu-Punkt-Verbindungen oder Netze mit mehreren Stationen und Verteilfunktionen umfassen. Relevant sind unter anderem Rohrdurchmesser, Behältertyp, Übergabepunkte, Weichenlogik und die Einbindung in bauliche Schächte, Zwischendecken oder Technikräume.
Abgrenzung zu anderen Stückgutförderern
Innerhalb der Stetigförderer für Stückgüter decken Rohrpostanlagen einen klar begrenzten Anwendungsfall ab: den geschlossenen Transport kleiner Einheiten in Behältern durch Rohrleitungen. Im Unterschied zu Bandförderern, Rollenbahnen oder Kettenförderern fördern sie nicht offen auf einer mechanischen Strecke. Gegenüber Behälterförder-Transportsystemen oder Aktentransportsystemen sind Rohrpostanlagen stärker auf kompakte Sendungen, feste Stationen und pneumatische Förderung in Gebäuden ausgerichtet.