Dichtes Absperren in Rohrleitungssystemen
Bei dieser Ausführung wird die Klappenscheibe so in den Sitz geführt, dass die Leitung im geschlossenen Zustand möglichst vollständig abgedichtet wird. Das ist relevant, wenn Medien nicht nur gedrosselt, sondern für Wartung, Anlagentrennung oder den gezielten Stillstand einzelner Bereiche abgesperrt werden sollen. Die Betätigung erfolgt je nach Anlage manuell oder über einen Antrieb. Damit die Schliessfunktion erhalten bleibt, muessen Medium, Temperaturbereich und Druckverhältnisse zur Dichtung und zur Konstruktion der Klappe passen.
Einsatzorte in Heiz-, Kälte- und Wärmeanlagen
Typische Einbauorte sind Vor- und Rücklaufleitungen, Verteilerstränge, Pumpengruppen sowie Anschlüsse von Wärmeerzeugern, Kältemaschinen oder einzelnen Verbrauchergruppen. Auch in Anlagen mit Redundanz oder abschnittsweiser Wartung werden dichtschliessende Klappen verwendet, um Teilbereiche gezielt vom Gesamtsystem zu trennen. Sie begrenzen unerwünschte Restströmungen in stillgesetzten Leitungsabschnitten. Für präzise Regelaufgaben sind sie in der Regel nicht die erste Wahl.
Ausführungen nach Dichtprinzip, Anschluss und Antrieb
Dichtschliessende Absperrklappen sind in verschiedenen Bauformen und mit unterschiedlichen Dichtkonzepten erhältlich. Unterschieden wird unter anderem nach Anschlussart, Werkstoffen und der Art der Betätigung. Für selten geschaltete Leitungen kommen oft Handhebel oder Getriebe zum Einsatz, in automatisierten Anlagen elektrische oder pneumatische Antriebe. Wenn die Klappe in die Anlagensteuerung eingebunden ist, können auch Rückmeldungen zur Offen- oder Geschlossen-Stellung vorgesehen sein.
Abgrenzung zu anderen Absperrklappen
Innerhalb der Kategorie Absperrklappen bezeichnet "dichtschliessend" keine zusätzliche Automatik, sondern die Auslegung auf ein möglichst dichtes Absperren. Im Unterschied zu Absperrklappen mit integriertem Rückschlagventil verhindern diese Ausführungen den Durchfluss nicht selbsttätig in einer Richtung, sondern werden aktiv geöffnet oder geschlossen. Gegenüber allgemein beschriebenen Absperrklappen ist die Dichtheit im Endanschlag hier das prägende Merkmal. In der übergeordneten Armaturentechnik sind sie deshalb vor allem Abschaltarmaturen und keine eigentlichen Regelorgane.