Funktionsprinzip und Luftführung bei Radialventilatoren
Die Luft tritt axial in das Gehäuse ein, wird vom rotierenden Laufrad erfasst und radial nach außen beschleunigt. Durch das Gehäuse wird der Luftstrom gesammelt und zum Auslass geführt. Diese Bauweise ermöglicht eine kompakte Umlenkung des Luftstroms und ist für Systeme geeignet, in denen nicht nur Luftmenge, sondern auch Förderdruck relevant ist. Je nach Auslegung können Radialventilatoren für Zu-, Ab-, Umluft- oder Prozessluft eingesetzt werden.
Einsatz in Lüftungsanlagen und apparativen Systemen
Radialventilatoren finden sich in zentralen und dezentralen Lüftungsanlagen, in Lüftungsgeräten, technischen Räumen, gewerblichen Küchen, Werkstätten sowie in industriellen Anlagen mit Luftkanälen. Sie werden verwendet, wenn der Luftstrom über mehrere Anlagenteile geführt werden muss, etwa über Filterstufen, Schalldämpfer, Wärmerückgewinnung oder verzweigte Kanalnetze. Auch in Anlagen und Apparaten mit definierten Einbauverhältnissen sind sie verbreitet, weil Ein- und Auslass konstruktiv gut geführt werden können.
Bauformen, Laufräder und Ausführungen
Radialventilatoren unterscheiden sich unter anderem nach Gehäuseform, Einbaulage und Laufradtyp. Üblich sind Ausführungen mit vorwärts oder rückwärts gekrümmten Schaufeln sowie offene oder geschlossene Laufräder, jeweils abgestimmt auf Fördermedium, Druckbereich und Verschmutzungsgrad. Daneben variieren Antriebsarten, Materialien, Schallschutzmassnahmen und die Eignung für spezielle Umgebungen, etwa bei Feuchtigkeit, Staub oder höheren Temperaturen. Welche Ausführung passt, hängt von Volumenstrom, externer Pressung und den Anforderungen der Gesamtanlage ab.
Abgrenzung zu Axial-, Kanal- und Zentrifugalventilatoren
Im Unterschied zu Axialventilatoren verläuft der Luftstrom bei Radialventilatoren nicht geradlinig durch das Gerät, sondern wird im Ventilator umgelenkt. Dadurch eignen sie sich häufig besser für Anlagen mit höherem Strömungswiderstand. Kanalventilatoren bezeichnen in erster Linie eine Einbauform im Lüftungskanal; sie können konstruktiv axial oder radial ausgeführt sein. Der Begriff Zentrifugalventilator wird im technischen Sprachgebrauch oft als Oberbegriff oder nahezu synonym verwendet. Auf Leistungsseiten kann Radialventilator deshalb die konkrete Bauart mit radialem Luftaustritt bezeichnen, während Zentrifugalventilator allgemeiner gefasst ist. Gegenüber Bad-WC-, Dach- oder Küchenventilatoren beschreibt Radialventilator somit primär das Förderprinzip und nicht den Einbauort oder den Einsatzraum.