Wie elektrodynamische Entkalkung technisch einzuordnen ist
Bei dieser Form der Wasserbehandlung wirkt ein elektrisch erzeugtes Signal auf das durchströmende Wasser beziehungsweise auf den Leitungsabschnitt ein. Ziel ist, das Ausfällungs- und Anhaftungsverhalten von Kalk so zu beeinflussen, dass sich weniger harte Ablagerungen an Rohren, Armaturen, Wärmetauschern oder Heizelementen bilden. Je nach Systemprinzip geschieht dies ohne Zugabe von Salz oder chemischen Regeneriermitteln. Bereits vorhandene Verkalkungen werden dadurch jedoch nicht automatisch entfernt.
Typische Einsatzbereiche in der Gebäudetechnik
Eingesetzt werden solche Systeme vor allem in Trinkwasser- und Warmwasserinstallationen, in denen Kalk an erhitzten oder strömungsrelevanten Bauteilen Probleme verursacht. Dazu gehören unter anderem Wassererwärmer, Boiler, Wärmetauscher, Zirkulationsleitungen, Armaturen und angeschlossene Verbrauchsgeräte. Ob die Methode für eine konkrete Anlage geeignet ist, hängt von Wasserhärte, Temperatur, Durchfluss, Rohrnetz und der Empfindlichkeit der betroffenen Komponenten ab.
Systemvarianten und Planungsmerkmale
Elektrodynamische Anlagen unterscheiden sich unter anderem in der Art der Signalerzeugung, in der Einbindung in die Installation und im vorgesehenen Einsatzbereich. Relevant sind der Einbauort im Leitungssystem, die elektrische Versorgung, die Auslegung auf Durchfluss und Rohrdimension sowie die Abstimmung auf die vorhandene Anlagentechnik. Bei der Planung ist zu prüfen, welche Teilbereiche geschützt werden sollen und ob die Wasserqualität im Betrieb konstant oder stark schwankend ist.
Abgrenzung zu elektrochemischen, elektrophysikalischen und physikalischen Verfahren
Innerhalb der Entkalkungen gehört die elektrodynamische Ausführung zu den elektrisch arbeitenden Verfahren. Von elektrochemischen Entkalkungen unterscheidet sie sich dadurch, dass nicht primär elektrochemische Reaktionen im Wasser im Vordergrund stehen. Gegenüber elektrophysikalischen Entkalkungen ist sie enger gefasst, weil der Fokus auf dynamisch erzeugten elektrischen Signalen liegt; elektrophysikalisch dient oft als übergeordnete Sammelbezeichnung. Von allgemein physikalischen Verfahren grenzt sie sich durch den explizit elektrischen Wirkansatz ab. Sie ist zudem nicht mit einer Enthärtung durch Ionenaustausch gleichzusetzen, da die Härtebildner im Wasser in der Regel nicht entfernt werden.