Funktionsprinzip von anodischem und kathodischem Korrosionsschutz
Beide Verfahren beeinflussen das elektrochemische Verhalten einer Metalloberfläche, verfolgen aber unterschiedliche Ansätze. Beim kathodischen Korrosionsschutz wird das zu schützende Bauteil elektrisch so beeinflusst, dass es sich als Kathode verhält; dies kann je nach System mit Opferanoden oder mit Fremdstrom erfolgen. Beim anodischen Korrosionsschutz wird das Potential eines geeigneten Werkstoffs in einen Bereich geführt, in dem sich eine schützende Passivschicht stabil hält. Welche Methode technisch sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Werkstoff, vom Medium und von den Betriebsbedingungen ab.
Einsatz in wasserführenden Anlagen und Anlagenteilen
Anwendungen finden sich bei Behältern, Speichern, Wärmeerzeugern, wasserberührten Metallbauteilen sowie bei einzelnen Komponenten von Aufbereitungs- und Versorgungssystemen. Im Gebäudekontext betrifft dies vor allem Anlagen, in denen Wasser über längere Zeit mit metallischen Oberflächen in Kontakt steht oder in denen sich korrosionsfördernde Bedingungen nicht allein über die Wasserqualität vermeiden lassen. Der Korrosionsschutz wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Werkstoffwahl, Temperatur, Strömung und Wasserbeschaffenheit.
Technische Ausprägungen und betriebliche Anforderungen
Zum kathodischen Korrosionsschutz gehören insbesondere Systeme mit galvanisch wirkenden Anoden und Systeme mit geregeltem Fremdstrom. Der anodische Korrosionsschutz setzt eine genaue Abstimmung auf Werkstoff und Medium voraus, da er nur bei geeigneten Material- und Betriebszuständen funktioniert. In beiden Fällen sind Auslegung, elektrische Anbindung, Überwachung und der Zustand der geschützten Oberfläche für die Wirksamkeit relevant. Je nach Anlage können deshalb Kontrollmessungen, periodische Prüfung oder der Ersatz einzelner Komponenten erforderlich sein.
Abgrenzung zu anderen Wasseraufbereitungen
Im Unterschied zu Enthärtungen, Entsäuerungen, Entkeimungen oder Vollentsalzungen verändert anodischer oder kathodischer Korrosionsschutz nicht primär die Zusammensetzung des Wassers, sondern schützt das Metall direkt. Er unterscheidet sich auch vom Korrosionsschutz durch Innenbeschichtung der Leitungen: Beschichtungen bilden eine trennende Schicht zwischen Wasser und Werkstoff, während anodische und kathodische Verfahren elektrochemisch wirken. Innerhalb der Wasseraufbereitungen ist diese Leistung daher dort einzuordnen, wo der Schutz metallischer Anlagenteile selbst im Vordergrund steht.