Was Kompensatoren in Rohrleitungen und Kanälen ausgleichen
Kompensatoren unterbrechen starre Leitungsabschnitte mit einem flexiblen Zwischenstück. Dadurch können axiale Bewegungen, seitliche Verschiebungen, Winkelabweichungen oder Schwingungen aufgenommen werden, ohne dass diese direkt in angrenzende Bauteile weitergeleitet werden. Je nach Ausführung dienen sie vor allem dem Ausgleich von thermischer Ausdehnung, der Entkopplung von Aggregaten oder der Überbrückung kleiner Einbauungenauigkeiten.
Typische Einbauorte in Klima-, Lüftungs- und Haustechnikanlagen
In Lüftungsanlagen sitzen Kompensatoren häufig zwischen Ventilator und Kanalnetz, um Schwingungen aus dem Gerät nicht in die Luftkanäle zu übertragen. In Rohrsystemen kommen sie bei Anschlüssen an Kälte-, Wärme- oder Pumpengruppen sowie in Leitungsabschnitten mit zu erwartenden Temperaturänderungen vor. Auch bei Übergängen zwischen Bauteilen mit unterschiedlichem Bewegungsverhalten, etwa zwischen Anlage und Baukörper, sind sie üblich.
Bauarten und Werkstoffe je nach Medium und Beanspruchung
Kompensatoren werden in unterschiedlichen Bauformen ausgeführt, etwa als Gewebe-, Elastomer- oder Metallkompensatoren. Die Wahl hängt vom geführten Medium, von Temperatur, Druck, Dichtheitsanforderungen und der Art der erwarteten Bewegung ab. In Luftkanälen stehen meist Flexibilität und Schwingungsentkopplung im Vordergrund, in Rohrleitungen zusätzlich die Beständigkeit gegenüber Medium und Betriebszustand.
Abgrenzung zu Kanälen, Rohren, Dämpfern und Klappen
Kompensatoren gehören innerhalb der Gruppe Rohrleitungen und Kanäle zu den Verbindungselementen, nicht zu den eigentlichen Leitungsbauteilen. Kanäle und Rohre führen das Medium über die Strecke, Kompensatoren gleichen Bewegungen an einzelnen Stellen aus. Von Dämpfern unterscheiden sie sich dadurch, dass ihr Zweck nicht primär die Reduktion von Schall oder Luftstoss ist. Klappen regeln oder sperren Volumenströme, während Kompensatoren keine Regel- oder Absperrfunktion übernehmen.