Welche Leistungen bei Sanitärleitungen erfasst sind
Unter Leitungen fallen die technische Auslegung, die Führung im Gebäude, die Verteilung auf einzelne Bereiche und die Anbindung an Entnahmestellen oder angeschlossene Systeme. Dazu zählen sichtbare und verdeckt geführte Rohrsysteme ebenso wie Steigzonen, horizontale Verteilungen und Ableitungen. Je nach Projekt gehören auch Durchführungen, Anschlusspunkte, Armaturen im Leitungsnetz und die Abstimmung mit Schacht-, Decken- und Bodenkonstruktionen dazu.
Typische Leitungssysteme im Gebäude
Im Sanitärbereich werden unterschiedliche Medien über eigene Leitungssysteme geführt. Dazu gehören Kaltwasser- und Warmwasserleitungen für die Versorgung, Abwasserleitungen für die Entwässerung sowie je nach Gebäude Abgas- und Gasleitungen. In grösseren oder spezialisierten Anlagen kommen zusätzlich Systeme für Dampf und Heisswasser, Druckluft, Medizinalgas, Vakuum oder zentrale Staubsauganlagen vor. Welche Teilbereiche relevant sind, hängt von Nutzung, Gebäudetyp und technischer Ausrüstung ab.
Planung, Führung und Materialwahl von Leitungen
Leitungssysteme müssen auf Medium, Temperatur, Druckverhältnisse, Platzangebot und Einbausituation abgestimmt werden. Relevant sind unter anderem die Trassenführung, Gefälle bei Ableitungen, Zugänglichkeit für Unterhalt, die Vermeidung von Kollisionen mit anderen Gewerken und die geeignete Materialwahl. Bei Sanitärleitungen ist zudem die saubere Einbindung in Schächte, Vorwandbereiche, Technikräume und Deckenzwischenräume entscheidend. Isolierungen können Teil der technischen Gesamtlösung sein, werden in der Ausführung jedoch oft als eigene Leistung geführt.
Abgrenzung zu Apparaten, Installationselementen und anderen Leistungen
Leitungen bilden das verteilende und ableitende Netz einer Sanitäranlage. Sie unterscheiden sich von Apparaten, die als Endstellen oder Betriebseinheiten genutzt werden, sowie von Installationselementen, die der Befestigung, Vorwandmontage oder Einbindung von Apparaten dienen. Gegenüber Isolierungen steht bei Leitungen die medienführende Infrastruktur im Vordergrund, nicht die wärme-, schall- oder tauwassertechnische Ummantelung. Elektrotafeln und Pneumatiktafeln betreffen Steuerungs- und Verteilungstechnik, Schwimmbadeinrichtungen dagegen spezialisierte wassertechnische Anlagen ausserhalb des üblichen Sanitärleitungsnetzes.