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Gradierung

Bei der Gradierung wird ein Basisschnitt systematisch in weitere Konfektionsgrössen übertragen. Dafür werden definierte Gradierregeln auf einzelne Schnittteile und Messpunkte angewendet, damit Proportionen und Passform über den Grössenlauf nachvollziehbar bleiben. Innerhalb von Schnitt & Gradierung folgt dieser Arbeitsschritt auf den entwickelten Grund- oder Modellschnitt.

Wie aus einem Basisschnitt ein Grössenlauf entsteht

Die Gradierung überträgt einen freigegebenen Schnitt in mehrere Grössen, ohne jede Grösse neu zu konstruieren. Dazu werden an festgelegten Punkten Weiten, Längen und Lagebeziehungen verändert. Nicht alle Bereiche wachsen dabei gleich: Schulter, Armausschnitt, Brustweite, Taillenlage oder Schritttiefe werden nach unterschiedlichen Regeln angepasst. Ziel ist ein konsistenter Grössenlauf, der die beabsichtigte Silhouette des Modells in verschiedenen Grössen erhält.

Typische Einsatzbereiche in der Bekleidungsentwicklung

Gradierung wird benötigt, sobald ein Modell nicht nur als Einzelgrösse, sondern als verkaufsfähige Grössenreihe vorliegen muss. Sie ist damit relevant für Kollektionsentwicklung, Produktionsvorbereitung, technische Unterlagen und Passformprüfungen über mehrere Grössen hinweg. Besonders bei Serienartikeln, Arbeitsbekleidung, Corporate Fashion oder standardisierten Produktlinien ist eine saubere Grössenabstufung entscheidend. Auch bei der Anpassung an unterschiedliche Zielmärkte kann die Gradierung Teil der Vorbereitung sein.

Gradierregeln, Grössensysteme und digitale Umsetzung

Die konkrete Ausprägung der Gradierung hängt von Zielgruppe, Produktart und verwendeter Grössenlogik ab. Ein T-Shirt, ein Blazer und eine Hose werden nicht nach denselben Abstufungen behandelt, weil Schnittführung und Passformanforderung unterschiedlich sind. In der Praxis erfolgt die Gradierung heute häufig CAD-gestützt, wobei Regeln direkt im Schnittsystem hinterlegt werden. Dennoch bleibt die fachliche Beurteilung nötig, weil Materialien, Elastizität und modellbedingte Linienführungen nicht allein durch Software korrekt bewertet werden.

Abgrenzung zu Schnittkonstruktion und 3D-Entwicklung

Innerhalb der Hierarchie Schnitt & Gradierung baut die Gradierung auf einer vorhandenen Schnittbasis auf. Die Schnittkonstruktion erstellt diese Basis erst, also den Grund- oder Modellschnitt mit seinen technischen Linien und Massen. Die 3D-Entwicklung prüft oder entwickelt Passform und Erscheinungsbild digital am Avatar, ersetzt aber die regelbasierte Grössenabstufung nicht. Gradierung ist damit der Schritt, der aus einem entwickelten Modell einen strukturierten Grössenlauf für die weitere Umsetzung macht.

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Die folgenden Anbieter decken Leistungen rund um die Gradierung in der Bekleidungsentwicklung ab. Die Einträge lassen sich im Zusammenhang mit Schnittentwicklung und technischer Produktionsvorbereitung einordnen.
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Fragen & Antworten zu Gradierung

  • Was ist der Unterschied zwischen Gradierung und Schnittkonstruktion?

    Die Schnittkonstruktion erstellt den Ausgangsschnitt. Die Gradierung leitet daraus weitere Grössen nach festgelegten Regeln ab.

  • Wird bei der Gradierung jeder Schnittteil gleich angepasst?

    Nein. Verschiedene Bereiche eines Kleidungsstücks werden je nach Funktion und Passform unterschiedlich verändert.

  • Ab wann im Entwicklungsprozess wird gradieriert?

    In der Regel nach Freigabe des Basisschnitts oder Modellschnitts, wenn das Modell als Grössenreihe umgesetzt werden soll.

  • Kann dieselbe Gradierung für verschiedene Produktarten verwendet werden?

    Nur eingeschränkt. Die Regeln müssen zur Produktart, Zielgruppe, Passform und Materialeigenschaft passen.


Weitere Leistungen unter
Schnitt & Gradierung

  • 3D-Entwicklung
  • Schnittkonstruktion

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