Was unter elektronischen Schaltgeräten verstanden wird
Elektronische Schaltgeräte sind Komponenten zum Ein-, Aus- oder Umschalten elektrischer Stromkreise, bei denen die Schaltfunktion elektronisch realisiert oder elektronisch angesteuert wird. Je nach Ausführung arbeiten sie kontaktbehaftet oder kontaktlos. Typisch ist der Einsatz in automatisierten Abläufen, bei definierten Signalzuständen oder überall dort, wo Schaltvorgänge reproduzierbar in eine Steuerung eingebunden werden müssen. Die konkrete Auslegung richtet sich unter anderem nach Lastart, Schaltfrequenz, Spannungsebene und Einbausituation.
Typische Einsatzbereiche in Geräten, Maschinen und Anlagen
Elektronische Schaltgeräte werden in industriellen Steuerungen, Gebäudeinstallationen, Geräten der Automatisierungstechnik sowie in maschinennahen Schaltkreisen verwendet. Sie schalten beispielsweise Verbraucher, Hilfskreise oder Schnittstellen zwischen Sensorik und Last. Häufig kommen sie dort zum Einsatz, wo häufige Schaltvorgänge, kompakte Bauformen oder eine Einbindung in digitale Steuerkonzepte erforderlich sind. Auch in vormontierten Funktionseinheiten und dezentralen Modulen sind elektronische Schaltgeräte verbreitet.
Ausführungen und technische Auswahlkriterien
Innerhalb dieser Leistung gibt es unterschiedliche Ausprägungen, etwa elektronische Relais, Halbleiterschalter oder anwendungsspezifische Schaltmodule. Für die Auswahl sind nicht nur Strom und Spannung relevant, sondern auch Schaltart, Reaktionsverhalten, Verlustleistung, Schutzbeschaltung, Schnittstellen und die Art der anzusteuernden Last. Bei induktiven, kapazitiven oder empfindlichen elektronischen Lasten unterscheiden sich die Anforderungen deutlich. Ebenso ist zu klären, ob das Schaltgerät für den Einbau auf Leiterplatten, in Gehäusen, in Verteilungen oder in bestehende Schaltsysteme vorgesehen ist.
Abgrenzung zu Steuergeräten, Schaltern und Schaltuhren
Elektronische Schaltgeräte sind dem Bereich Schalten und Steuern zugeordnet, ihr Schwerpunkt liegt jedoch auf der eigentlichen Schaltfunktion. Elektronische Steuergeräte verarbeiten Signale und Logikabläufe; das Schaltgerät setzt den resultierenden Schaltbefehl an der Last um. Von Schaltern unterscheiden sie sich dadurch, dass die Auslösung in der Regel nicht manuell, sondern elektrisch oder elektronisch erfolgt. Schaltuhren sind auf zeitgesteuerte Schaltvorgänge spezialisiert, während elektronische Schaltgeräte breiter für signal- oder zustandsabhängiges Schalten eingesetzt werden. Gegenüber Schaltanlagen, Schaltschränken, Schalttafeln und Steuerungen handelt es sich nicht um komplette Aufbauten, sondern um einzelne funktionale Geräte oder Module.