Funktion und Aufbau einer Fundamenterdung
Bei der Fundamenterdung wird ein leitfähiges Erdungselement im Fundamentbereich angeordnet und mit den erforderlichen Anschlusspunkten verbunden. Ziel ist eine dauerhaft wirksame Erdverbindung für elektrische Schutzmassnahmen. In der Praxis umfasst dies neben dem eigentlichen Erder auch Verbindungsteile und herausgeführte Anschlüsse für den Potentialausgleich. Die Ausführung muss zur Konstruktion des Fundaments und zu den elektrischen Anlagen des Gebäudes passen.
Typische Einbausituationen im Neubau
Fundamenterdung wird vor allem bei Neubauten vorgesehen, weil sie während der Arbeiten an Bodenplatte, Streifenfundament oder anderen Gründungselementen eingebaut wird. Relevante Einsatzbereiche sind Wohnbauten, Gewerbebauten, technische Betriebsgebäude und Infrastrukturbauten mit fester Gründung. Bereits in dieser Bauphase müssen die Lage der Anschlüsse und die spätere Anbindung an den Hauptpotentialausgleich berücksichtigt werden. Nachträgliche Änderungen sind deutlich aufwendiger als die Planung im Rohbau.
Ausführungen und konstruktive Besonderheiten
Die konkrete Ausführung hängt unter anderem von Fundamenttyp, Feuchteverhältnissen, Materialbeanspruchung und den vorgesehenen elektrischen Systemen ab. In manchen Bauweisen genügt die im Fundament geführte Erdungsanlage, in anderen sind ergänzende Erdungselemente ausserhalb des Fundaments erforderlich. Auch die Zahl und Position der Anschlussfahnen wird nach Nutzung des Gebäudes und nach den geplanten technischen Installationen festgelegt. Wo zusätzlich Blitzschutz oder spezielle Anlagentechnik vorgesehen ist, muss die Fundamenterdung darauf abgestimmt werden.
Abgrenzung zu anderem Elektrozubehör
Fundamenterdung unterscheidet sich von Zubehör wie Elektrorohren, Klemmen oder Steckverbindern dadurch, dass sie Teil der baulichen Erdungsinfrastruktur ist und nicht primär der Leitungsführung oder Verbindung einzelner Leiter dient. Auch gegenüber Neutral-Leiter-Trennern besteht ein klar anderer Zweck: Diese werden in Verteilungen eingesetzt, während Fundamenterdung die Erdverbindung des Gebäudes herstellt. Von Geschwisterleistungen wie Zutrittskontrolle oder Videoüberwachung ist sie ebenfalls abzugrenzen, weil sie nicht der Überwachung oder Zugangssicherung dient, sondern der elektrischen Schutz- und Bezugsanlage des Bauwerks.