Welche Arbeiten der Stationenbau umfasst
Zum Stationenbau zählen die Planung und Realisierung von Trafostationen und vergleichbaren Netzstationen. Je nach Aufgabe umfasst die Leistung den Stationskörper, Fundamente, Kabelzuführungen, Erdung, den Einbau von Mittelspannungs- und Niederspannungskomponenten, Transformatoren sowie Mess-, Schutz- und Steuerungstechnik. Bei Erneuerungen kommen Demontage, Provisorien, Umbauten im Bestand und die koordinierte Inbetriebnahme hinzu.
Typische Einsatzsituationen im Verteilnetz
Stationen werden neu erstellt oder ersetzt, wenn Lastschwerpunkte entstehen, Siedlungsgebiete erweitert werden oder bestehende Anlagen technisch oder räumlich nicht mehr passen. Häufige Anlässe sind Netzverdichtungen, Leistungserhöhungen, Sanierungen älterer Ortsnetzstationen oder die Umstellung von Freileitungs- auf Kabelleitungen. Auch bei Arealentwicklungen, Industrieanschlüssen oder der Reorganisation von Netzabschnitten ist Stationenbau Teil des Projekts.
Bauformen und Ausprägungen von Netzstationen
Im Stationenbau werden unterschiedliche Bauformen umgesetzt, etwa kompakte Fertigstationen, begehbare Stationen oder in Gebäude integrierte Innenraumanlagen. Die Wahl hängt unter anderem von Platzverhältnissen, Netzstruktur, Zugänglichkeit und Ausbaureserven ab. Technisch unterscheiden sich Stationen zudem nach Bestückung, Anzahl Abgänge, Transformatorenauslegung und dem Umfang der Schalt- und Schutztechnik.
Abgrenzung zu anderen Leistungen im Netzbau
Stationenbau unterscheidet sich von MS-Anlagen und MS-Netzen sowie NS-Verteilnetzen dadurch, dass nicht die Trasse oder das Verteilnetz als Ganzes im Vordergrund steht, sondern der konkrete Stationsstandort mit seiner baulichen und elektrotechnischen Ausrüstung. Gegenüber dem Freileitungsbau betrifft die Leistung keine Leitungsführung über Masten. FttH-Anlagen, Glasfaserbau oder Strassenbeleuchtung können zwar im selben Projektumfeld vorkommen, gehören fachlich aber nicht zum Stationenbau selbst.