Welche Arbeiten zum Netzbau gehören
Im Netzbau werden Leitungswege erstellt und elektrische Netze technisch umgesetzt. Dazu zählen unter anderem Kabelzug und Kabelverlegung, Muffen- und Endverschlüsse, Anschlüsse an Verteilkabinen und Stationen, Freileitungsarbeiten sowie die Einbindung neuer Verbraucher oder Einspeisepunkte. Je nach Projekt gehören auch Tiefbau, Rohrblockanlagen, Querungen, Schutzrohre, Fundamentarbeiten und die Dokumentation der ausgeführten Netzteile zum Leistungsumfang.
Typische Einsatzbereiche im öffentlichen und betrieblichen Netz
Netzbau wird bei Erschliessungen neuer Wohn- und Gewerbegebiete, bei Netzverstärkungen im Bestand, bei Sanierungen alter Leitungen und bei Anschlüssen von Industrieanlagen eingesetzt. Weitere Anwendungsfälle sind die Anpassung von Netzen im Strassenraum, Provisorien und Erschliessungen für Festanlässe sowie die Versorgung von Arealen mit Beleuchtung oder zusätzlichen Abgängen. Auch Umbauten infolge von Strassenbau, Werkleitungskoordination oder Verdichtung im Siedlungsgebiet fallen regelmässig in diesen Bereich.
Teilbereiche von NS-Netzen bis Glasfaserbau
Zum Netzbau gehören unterschiedliche Teilbereiche mit eigener technischer Ausprägung. NS-Verteilnetze betreffen die lokale Verteilung bis zu Anschlusspunkten und Unterverteilungen, während MS-Anlagen und MS-Netze grössere Netzabschnitte und die Anbindung an Stationen betreffen. Freileitungsbau ist dort relevant, wo Leitungen oberirdisch geführt werden. Stationenbau ergänzt den Netzbau an den Knotenpunkten des Verteilnetzes. In vielen Projekten werden zudem FttH-Anlagen, LWL-Anlagen oder separater Glasfaserbau mitgeführt, wenn Tiefbau und Trassen gemeinsam koordiniert werden. Auch Strassenbeleuchtung kann netzbaulich angebunden oder erneuert werden.
Abgrenzung zu verwandten Leistungen im Bereich Starkstrom und Verteilung
Netzbau unterscheidet sich von Hochspannungsnetzen und Transformatorenstationen durch den stärkeren Bezug zu Verteilnetzen, Leitungsinfrastruktur und Erschliessung im Gelände oder im Strassenraum. Kompensationsanlagen betreffen die elektrische Betriebsweise einzelner Netze oder Anlagen, nicht den physischen Aufbau des Verteilnetzes. Notstromversorgung dient der temporären oder abgesicherten Energieversorgung bei Ausfall oder Unterbruch und ist keine Netzbauerstellung. Innerhalb der Hierarchie ist Netzbau damit die Leistung für den Aufbau und die Anpassung der verteilenden Infrastruktur zwischen Einspeisung, Station, Verteilpunkt und Anschluss.